Saving hopeless teeth (38)

Von Bonald Decker

Die nachfolgende Patientin arbeitet als zahnmedizinische Fachangestellte in einer „unserer“ Zuweiserpraxen. Im Zuge einer Routineuntersuchung war dort aufgefallen, dass Zahn 36 eine ausgeprägte apikale Parodontitis aufweist.

Mato.001

Ausgeprägte asymptomatische chronische apikale Parodontitis an Zahn 36 bei Zustand nach alio loco durchgeführten endodontischen „Behandlungsspuren“

Insbesondere die Praxisinhaberin sah aufgrund der interradikulären Aufhellung keine Chance auf einen weiteren Zahnerhalt. Die Entfernung des Molaren mit späterer Augmentation und Implantation in dieser Region war bereits vorgesehen…

erst die „Intervention“ und das „Veto“ der Assistenzzahnärztin führte zu einer Vorstellung und nachfolgenden Behandlung bei uns.

Der Zahn wurde bei klinisch unauffälligen Befunden (Taschensondierungstiefen etc.) daher nach dem „üblichen“ Protokoll zweizeitig behandelt und die Zugangskavität nach Obturation der fünf Kanalsysteme mit Guttapercha & Sealer adhäsiv verschlossen.

Hier das Abschlussröntgenbild:

Mato.002

postoperative Abschlussaufnahme und Blick in die Zugangskavität mit drei mesialen Kanalsystemen  

Vor Kurzem war die Patientin zur Nachkontrolle wieder bei uns. Hier die radiologische Nachkontrolle:

Mato.003

Es sieht sehr daraus aus, als tragen unsere endodontischen Bemühungen Fürchte.

4 Gedanken zu „Saving hopeless teeth (38)

  1. Interessant ist, daß der Befund einer interradikulären Osteolyse an einem Molaren, auch wenn sie endodontischer Genese ist, noch immer bei vielen Kollegen die Extraktion als einzige Therapie nach sich zieht.
    Das Wissen um die Therapierbarkeit solcher Befunde ist ja nicht neu, auch wenn der Zahn sicher in seiner Anatomie etwas anspruchsvoller war.
    Also „hopeless“ war dieser Fall nur in den Augen der Zuweiserin. Ich hoffe sie schickt ihnen zukünftig noch mehr von diesen hoffnungslosen Fällen ;-)

    • Hallo! Den selben Gedanken hatte ich auch bezüglich „Wieso wird das eigentlich hopeless genannt, dass klappt doch bei den Kollegen hier sehr gut!“. Weiter so!

      Gruß Gregor S.

  2. Dieser Fall wirft ja vor allem die Frage nach dem „Überweisermanagement“ auf. Oder anders ausgedrückt: Wie kann ich meine Überweiser so weiterbilden, dass sie die durch uns lösbaren Fälle erkennen?
    Ist das aber auch die richtige Frage? Denn auch ich erlebe, dass gerade aus dem engen Umfeld der Überweiser Fälle gerade nicht überwiesen werden. Ist es fehlende Sorgfalt? Glaube ich nicht. Ist es gerade beim engen Umfeld die Angst, finanziell beteiligt zu sein?
    Also: was ist die Ursache für dieses Überweiserverhalten?
    Wie können wir dagegen angehen, dass im engen Umfeld unseres Berufsstandes solche Zähne durch Fehlentscheidungen verloren gehen?

    Habt Ihr z. B. In diesem Fall nach der erfolgreichen Nachkontrolle das Gespräch mit dem Überweiser gesucht?
    Stephan Gäbler

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