Fragremover – It´s real !

von Hans – Willi Herrmann

Fragremover-1Am vergangenen Samstag fand im Rahmen eines Arbeitskurses in Frankfurt für interessierte Erstbesteller die offizielle Markteinführung des von Marcus Leinenweber, Nils Widera und Stephan Gäbler ersonnenen „Fragremovers“ statt, einem Hilfsmittel zur Entfernung von Instrumentenfragmenten aus  Wurzelkanälen. Es freut mich für die Erfinder, dass sie es, allen Widrigkeiten zum Trotz, geschafft haben, ihre Idee in ein fertiges Medizinprodukt umzusetzen.

Insgesamt 33 Teilnehmer aus Deutschland , Österreich und sogar Norwegen waren zusammengekommen. Alles Zahnärztinnen und Zahnärzte aus der Crowdfunding -Phase.
Es wurde im Rahmen des Kurses nochmal kurz die Entwicklung der letzten vier Jahre dargestellt, danach Fälle für die häufigsten und sinnvollen Indikationen gezeigt und anschließend praktisch gearbeitet. Es galt aus einem Kunststoffblock ein Instrumentenfragment mit dem FragRemover entfernen.  Alle Teilnehmer haben diese Aufgabe erfolgreich gelöst.

15_Fragment (1 von 1)Gerade zwei Tage zuvor hatten wir den nachfolgenden Fall zu lösen. Zahn 15 – WF- Revision. Vorhandener Wurzelstift, vorhandenes Instrumentenfragment.

Den Patienten beschäftigen vor allem folgende Fragen: Wie wahrscheinlich ist eine erfolgreiche Behandung und was kostet diese ?

Beides ist davon abhängig wie vorhersagbar und gegebenenfalls wie schnell und unproblematisch sich Wurzelstift und Fragment entfernen lassen und wie minimalinvasiv beides von statten gehen kann.

Wie ist die Einschätzung der Leserschaft ?
Bitte nutzen Sie eifrig die Kommentar- Funktion und schreiben Sie uns, was Ihnen beim Anblick des Röntgenbildes diesbezüglich durch den Kopf geht.

Der Fragremover wird in den nächsten Wochen an die anderen Erstbesteller ausgeliefert. Die weitere Vermarktung liegt dann in den Händen der Firma Hanchadent.

 

2 Gedanken zu „Fragremover – It´s real !

  1. Sowohl die Stift- als auch die Fragmententfernung halte ich für technisch gut machbar.
    Das größte Risiko für den langfristigen Erfolg sehe ich in der möglichen späteren Wurzellängsfraktur trotz aller Bemühungen nach den Regeln der (endodontischen) Kunst. Der Substanzverlust durch die Stiftpräparation und die evtl. Sprengwirkung des Gewindestifts begünstigen diese Komplikation. Wie groß der Substanzverlust an Dentin ist und ob bereits eine Rissbildung vorliegt müsste ggf. nach Stiftentfernung kritisch beurteilt werden.

    Tritt eine Wurzellängsfraktur auf bedeutet das oft über kurz oder lang die vollständige Resorption der vestibulären Kompakta – eine Implantation nach der dann notwendigen Zahnentfernung würde damit auf jeden Fall verkompliziert und ggf. aufwendigere augmentative Maßnahmen erforderlich machen.

    Mich würde interessieren, warum die Revision empfohlen wurde. Revidieren Sie sofort bei Befunden dieser Art? Dann hätte es meines Erachtens der Zahn 16 fast noch nötiger.
    Wenn der Zahn 15 Beschwerden verursachte, wurde im Rahmen der Diagnostik eine parodontale Sondierung durchgeführt um eine evtl. schon bestehende Längsfraktur auszuschließen? War der Zahn perkussionspositiv?

    Bei physiologischen Sondierungstiefen und positiver Perkussion hätte ich mich vermutlich (trotz der Bedenken bzgl. der langfristigen Prognose) für die Revision entschieden.
    Aber auch Zahnentfernung und Spätimplantation halte ich für eine absolut vertretbare Lösung. Sofortimplantationen praktiziere ich zwar auch gerne, jedoch nur wenn die Alveole sicher intakt und absolut entzündungsfrei ist. Der Parodontalspalt sieht hier periapikal dezent erweitert aus, weshalb ich mich nicht trauen würde sicher von Entzündungsfreiheit auszugehen. Daher die Tendenz zur Spätimplantation

    Letztendlich würde ich dem Patienten die ungefähren Kosten der genannten Möglichkeiten nennen und mit Hilfe der oben genannten Pros und Contras selbst entscheiden lassen. Im günstigsten Falle hieße dies eine langfristig erfolgreiche Revision oder Implantation, im schlechtesten Falle zweimal bezahlen, jeweils für Revision und bei Scheitern für die Implantation.

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