Fehler 61

von Hans – Willi Herrmann

Rund 10 Monate ist der Sirona DAC Universal nun in Betrieb.
Heute meldet er sich mit folgender Fehlermeldung:

Fehler 61

Der Blick ins Handbuch ergibt folgenden Hinweis:

Fehler 61 :“Dieser Fehler tritt auf, wenn sich das Signal vom Dampfgenerator-Temperatursensor drei Minuten lang nicht geändert hat (dies kann bei einem Leiterbruch im Sensor geschehen) Bitte wenden Sie sich an Ihren Anbieter“

Das klingt nicht gut.
Eigentlich klingt das sogar ziemlich schlecht.

Mit Anbieter ist vermutlich das Dental- Depot gemeint, das uns das Gerät verkauft hat.
Ein Anruf in der Technik ergibt, dass das Gerät nicht bei uns in der Praxis überprüft und gegebenenfalls repariert werden kann, sondern abgeholt werden muss. Ein Termin hierfür kann nicht genannt werden, ein Ersatzgerät als Aushilfe ist gegenwärtig nicht vorhanden.

Kennt jemand der hier Mitlesenden das Problem und kann berichten, wie es gelöst werden kann ? Da das Gerät seine Funktion unwiderruflich eingestellt hat, bin ich für jeden Hinweis dankbar.

 

 

 

 

 

IDS – Vorschau 2017: Meta Biomed EQ- V

von Hans – Willi Herrmann

eq_v-1Die IDS 2017 steht in den Startlöchern, der Countdown läuft.
Schon jetzt scheint sicher, es wird im Hinblick auf den Endobereich eine der interessanteren Jahrgänge werden, eine ganze Reihe von Neuheiten sind angekündigt.

Die koreanische Firma Meta Biomed ist, was Endo- Geräte angeht, gleich mit zwei Neuheiten am Start. Da wäre zunächst das EMS 200 Endo Magic. Eine  „All in One“ Endo-Lösung, den gesamten Endo- Workflow betreffend. Das EMS 200 hat, auf den ersten Blick zumindest, verblüffende Ähnlichkeit mit dem, in Deutschland bekannten und hoch geschätzten (weil als offenes System ausgelegtem und damit für eine Vielzahl von unterschiedlichen Nickel- Titan – Instrumenten verwendbarem) Schlumbohm Endopiloten. Für den bereits maschinell enodontisch aufbereitenden und somit motorbestückten Kollegen, der jetzt den Schritt zur warmen Wurzelfülltechnik wagen möchte, bringt Meta Biomed als kostengünstige Alternative zu ihren bereits vor 2 Jahren eingeführten Genesys–Geräten das EQ-V auf den Markt.

Ein weiteres akkubetriebenes, demnach kabelloses Füllsystem für die warme Guttapercha-Fülltechnik.

Beginnen wir mit dem Verkaufsargument, dass den „average dentist“ in der Regel zunächst am meisten interessieren dürfte: Während der Kaufpreis in Deutschland für das Genesys – System mit 1999 Euro zu Buche schlägt, wird für das EQ – V mit 995 Euro gerade mal die Hälfte aufgerufen. Das ist doch schon mal von der möglichen Ersparnis her eine Summe, die insbesondere den Einsteiger überlegen lässt, ob hier nicht das Billigere der Feind des Guten ist. Und ein solcher Preis verlagert zumindest die psychologische Schwelle des Einstiegs in die warmen Fülltechniken deutlich zum Positiven hin.

Wer sich demnach nun für den Einsatz warmer Techniken entscheidet, dem präsentiert sich das EQ-V  in der bereits von den B&L Geräten her bekannten Kombination eines kabellosen Gerätes in Penholder-Style/Lötkolben-Form für das Downpack und einer ebenfalls akkubetriebenen „Obtura“ – Pistole zum Backfill.

Was sogleich ins Auge fällt – die Hitze-Voreinstellungen der Backfill- Pistole sind nicht ganz so vielfältig wie beim Genesys.  Es stehen 160 und 200 Grad Celsius zur Wahl, das Genesys bietet als Abstufungen 140, 160, 180 und 200 Grad. Inwieweit sich diese Einschränkungen in der Praxis auswirken, bleibt abzuwarten.

Nächster Blick – diesmal ohne Frage vorbehaltlos positiv – die Geräte verfügen über Wechsel-Akkus.  Diese sind demnach im Bedarfsfalle vom Behandler sofort tauschbar und passen in beide Geräte gleichermassen. Gefällt mir. Das extrem ärgerliche Phänomen des „Mist, Vergessen auf die Ladestation zu stellen, Strom alle, muss geladen werden, Entschuldigung Chef“ fällt schon mal weg. Das Gerät wegen eines Akkuwechsels zur Reparatur einschicken zu müssen auch.  Und mit gegebenenfalls einem zusätzlichen, dritten Akku als Sicherheitsreserve, den ich, sie kennen mich, nix „Mut zur Lücke“, „Gürtel und Hosenträger“ ist meine berufliche Devise, persönlich mir beim Kauf „gönnen“ würde, sollte eine stetige Verfügbarkeit zuverlässig gewährleistet sein.

Der verwendete Kunststoff des EQ – V soll im Übrigen hochgradig wärme- und chemikalienresistent sein. Warum ich das erwähne ? Sowohl bei früheren  Meta-Geräten als auch bei Geräten von Sybron Endo kam es vereinzelt im Laufe der Zeit zu Haarrissen im Gerätekörper, die nicht alle mit unsachgemäßer Handhabung oder Anwendung aggressiver Desinfektionsmittel erklärt werden konnten.
Der Gebrauch des Gerätes war nicht beeinträchtigt, aber unschön war dieses Vorkommnis dennoch. Und soll der Vergangenheit angehören.

Rein haptisch ist am EQ – V schon mal nichts auszusetzen.
Zwar sind die Geräte sehr leicht (was ohnehin vermutlich die meisten Kollegen als positiv bewerten werden), liegen aber dennoch sicher in der Hand.

Die zu erwärmende Guttapercha kann im Übrigen sowohl in Form von „nachladbaren“ Pellets a la Original Obtura – Pistole, aber auch in Form von Einmalkartuschen verwendet werden, der Behandler hat hier freie Wahl. Meta Biomed weist darauf hin, dass der Pflege- und Reinigungsbedarf bei der Verwendung von Pellets gegenüber der Original Obtura – Pistole deutlich anwenderfreundlicher ausfällt, sowohl die Häufigkeit als auch die  Einfachheit der Pflegemassnahmen betreffend.

Wer die IDS nicht abwarten will und schon vorab genauere Infos zum Gerät möchte – Meta Biomed hat vor kurzem mit Sitz in Mülheim an der Ruhr auch den Bürobetrieb in Deutschland aufgenommen, einen deutschsprachigen Telefonsupport erreicht man unter  0208-309919-0.

Schlechte Nachricht: Der Dental Trauma Guide ist nicht mehr kostenlos.

von Lothar Pröbster

Schlechte Nachricht: Der Dental Trauma Guide ist nicht mehr kostenlos.

Seit dem ersten Februar 2017 ist der Dental Trauma Guide (https://dentaltraumaguide.org) nicht mehr frei und kostenlos zugänglich. Für den Zugang zum illustrierten Trauma Guide muß man Mitglied („certified DTG member“) werden und eine Jahresgebühr von 25 US-Dollar entrichten. Kostenlos zugänglich sind nur noch die Richtlinien aus dem Jahre 2012 (http://www.iadt-dentaltrauma.org).

Auf der einen Seite ist es verständlich, dass dieser exzellente Service Kosten verursacht, die irgendwoher gedeckt werden müssen. Auf der anderen Seite werden diejenigen, die in normaler Praxis nur sehr selten mit Traumata konfrontiert sind, verständlicherweise nicht Mitglied beim DTG werden. Dies wird leider dann dazu führen, daß Traumata gegebenfalls nicht fachgerecht behandelt werden, weil der Zugriff auf den Dental Trauma Guide fehlt.

Alternativ kann auf die Dental Trauma App (2,99 Euro im Apple Store) zurückgegriffen werden.

Mutter aller Fallberichte – Neuauflage (II) – Recall

Von Bonald Decker

 

Vor längerer Zeit hatte ich hier den ersten Teil der Behandlung eines Oberkiefer-Prämolaren mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum vorgestellt.

Gestern war der mittlerweile 14-jährige Patient mit seiner Mutter zur Nachuntersuchung bei uns.

Hier das bisherige Ergebnis…

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Es scheint, als ob die bisherige Entwicklung als positiv bewertet werden kann.

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Die nächste Nachkontrolle ist in zwölf Monaten geplant. Das Ergebnis werde ich Ihnen dann wieder vorstellen.

P.S.: Wer sich mit dieser Thematik eingehender beschäftigen möchte hat auf der kommenden Frühjahrstagung (31.3./01.04.2017) der deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiz) in Würzburg hierzu Gelegenheit. Hier finden Sie das Tagungsprogramm.

Warten auf’s Recall

von Ronald Wecker

Die Ausgangssituation war hinsichtlich der Erfolgschancen recht vielversprechend:

unvollständige und inhomogene WF, fehlender retrograder Verschluss nach WSR, kräftiges Durcheinander im Pulpakammerhohlraum.

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Hinzu kam, dass es intraoperativ keine Hinweise auf eine Vertikalfraktur der Wurzeln dieses 46 gab.

Der Patient klagte seit etwas mehr als einem Jahr über rezidivierende Schwellungen im Vestibulum mit putrider Exsudadtion aus einer Fistelöffnung. Angesichts der fehlenden vestibulären Knochenlamelle keine wirkliche Überraschung.

Auch wenn die Fistelung nach der ersten der beiden geplanten Behandlungssitzungen abheilte und die Beschwerden verschwanden, zeigt erst das Recall-Bild ob auch eine knöcherne Ausheilung der periapikalen Lyse eingesetzt hat.

Das vorläufige Ergebnis lässt hoffen, dass die weiteren Kontrollen eine vollständige Ausheilung erkennen lassen werden.

Und wieder ein Recall…

von Ostidald Wucker

Vorgestellt wurde der Fall 2012. ( 1, 2, 3 )
Die Behandlung wurde 2011 begonnen und 2012 im März beendet. Die Die prothetische Therapie erfolgte 2014. Die Recallbilder klinisch und röntgenlogisch möchte ich Ihnen hier im 5 Jahres Recall vorstellen.

2-Jahres-Recall einer perforierenden Resorption

von Ronald Wecker

Fast genau vor 2 Jahren habe ich hier den folgenden Behandlungsfall vorgestellt.

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Die Verdachtsdiagnose lautete: Pulpanekrose mit einer arretierten perforierenden internen Resorption.

Heute konnten wir das 2-Jahres-Recall durchführen. Der Zahn war seit Abschluss der einzeitig durchgeführten Behandlung vollkommen beschwerdefrei. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im DVT kann man eine  knöcherne Bedeckung des MTA im Bereich der ehemaligen Wurzelperforation erkennen.

Die durchgeführte präoperative 3D-Diagnostik ermöglichte eine exakte Planung der endodontischen Behandlung. Da die Endometrie aufgrund des in die Perforation hineingewachsene Granulationsgewebes keine verlässliche Messungen erlauben würde, habe ich die wichtigsten Strecken im DVT ausgemessen.

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Die Perforation begann in 20,5 mm Tiefe und erstreckte sich über eine Länge von ca. 3 mm. Ab einer Länge von 23,5 mm zeigte sich der Originalkanal wieder mit unversehrter Kanalwand. Die Strecke bis zum Foramen betrug ca. 3,7 mm. Die bukko-linguale Ausdehnung betrug ca. 2mm. Mit Hilfe dieser Eckdaten konnte die Behandlung vorhersagbar durchgeführt werden. Zunächst wurde durch intensive schallunterstützte Irrigation bis zu einer Arbeitslänge von 23,5 mm das lateral eingedrungene Granulationsgewebe soweit reduziert, dass zum einen die Blutung sistierte und ein Visualisieren des apikalen Kanalanteils möglich war. Nachfolgend konnten nach Trocknung mittels Papierspitzen reproduzierbare Längenmessungen durchgeführt werden. Die Arbeitslänge betrug 27 mm (0-Länge war im DVT mit 27,5 ermittelt worden). Die Endometrie bestätigte die am „grünen Tisch“ ermittelte Arbeitslänge reproduzierbar.

Nachfolgend wurde zunächst der vollständige Masterpoint einprobiert und dessen korrekter Sitz radiologisch überprüft. Anschliessend wurde nur die apikalen 3 mm der Guttaperchaspitze verwendet. Genauer, die letzten 2,5 mm. Dieses kleine Guttaperchastück wurde dann auf einem verlängerten Mikroopener angepinnt und mit einem Hauch Sealer in den apikalen Kanalanteil eingebracht. Nunmehr konnte die koronal gelegene Perforation mit MTA aufgefüllt und der Zahn nach Insertion eines Glasfaserstiftes adhäsiv verschlossen werden.

Das 2D-Recall nach 6 Monaten zeigte einen beschwerdefreien Zahn 13 und  gesunde periapikale Verhältnisse. Die Region im Bereich der Perforation ist nicht zu beurteilen.

Heute dann das erfreuliche Zwischenergebnis im DVT.