Dental Trauma Guide via VDZE

von Hans – Willi Herrmann

Es wurde bei WURZELSPITZE hier darüber berichtet.
Der „Dental Trauma Guide“ ist seit kurzem nicht mehr kostenlos verfügbar.

Der VDZE hat daraufhin gestern via Mail bekanntgegeben,  den VDZE Mitgliedern, finanziert durch die Mitgliedsbeiträge, den Zugang zu dieser Seite zu ermöglichen.

Florian Bertzbach, derzeitiger VDZE – Präsident, schreibt hierzu, daß durch eine Gruppenmitgliedschaft gute Konditionen erhalten werden konnten und der VDZE somit dieses Projekt zukünftig unterstützen wird.

Für VDZE – Mitglieder besteht lt. Bertzbach damit demnächst zum Beispiel die Möglichkeit, auf einem Rechner in der Praxis einen Zugang fest einzurichten und als Link auf dem Desktop zu hinterlegen. So können im Notfall schnell die benötigten Informationen abgerufen werden.

Schräge Horizontalfraktur

von Ronald Wecker

11 Avulsion und unkomplizierte Kronenfraktur, extraorale Verweildauer 20 Minuten bei sehr kalten Aussentemperaturen, Lagerung im DentoSafe, Reponierung 2 Stunden nach dem Unfall in einer Praxis, dort auch semirigide Schienung mit TTS-Splint. Kompositabdeckung der Dentinwunde.

21 schräg verlaufende Horizontalfraktur im, naja, mittleren Drittel mit palatinaler Dislokation.  Reposition des 21 nicht vollständig, palatinaler Frühkontakt mit Protrusion des 21.  Leider suboptimale Schienung, Bondingreste ausgehärtet im Zwischenraum 11/21, Schienung nur 22-12 und an 22 gelöst.

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4 Tage nach dem Unfall Vorstellung beim MKG. Dort DVT mit Bestätigung der schräg verlaufenden Horizontalfraktur.  6 Tage nach Schienung mit Frühkontakt in nicht reponierter Stellung des 21 mit Jiggling-Forces durch die UK-FZ Vorstellung bei uns.

8 Tage nach dem Unfall neue Schienung 53-63 und endodontische Behandlung des 11 bei uns. 11 mit Pulpanekrose und Foramendurchmesser ISO 100. Kollagenes Widerlager und MTA apikal. Dann Guttapercha und adhäsiver Verschluss. 21 wurde palatinal so eingeschliffen, dass es keine Frühkontakte mehr gibt.

6 Wochen nach dem Unfall gestern Wiedervorstellung: 21 noch gering lateral perkussionsempfindlich. Beweglichkeit nur noch Grad 1 in bukko-lingualer Richtung. Die Schienung wird noch belassen, da bei Protrusion 21 der einzige Zahn ist, der führt. Nach Eckenaufbau des 11 ist geplant, die Frontzahnführung durch laborgefertigte palatinale Kompositschalen auf die Zähne 22, 11 und 12 zu „verlagern“, um den 21 keinen protrusiven Kräften auszusetzen. Abschliessend wird der TTS-Splint entfernt.

 

Healing?

von Ostidald Wucker

Dieser Fall wurde von mir vor Behandlungsbeginn in der Prognose als ungünstig eingeschätzt. Die Ausdehnung der apikalen Veränderung und die Beteiligung des Sinus, sowie die klinischen Symptome haben mich da empirisch geleitet, oder verleitet?

Der Patient wollte trotzdem einen Versuch des Zahnerhaltes wagen. Zuvor wurde schon eine endodontische Behandlung versucht.
Der Ausgangszustand am Zahn 16 imponierte mit Lockerungsgrad 2, Sondierungstiefen zwischen 3-4mm mit Exsudation palatinal und akuten Aufbißbeschwerden. Die prothetische Restauration zeigte einen circumferenten Randschluß mit Keramikabplatzungen okklusal und distal, sowie überstehenden Kronenrändern.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig unter Einsatz der SAF in beiden Sitzungen. Spüllösungen waren NaOCl 5% und Zitronensäure 10%. Zur Trocknung der Kanäle wurde Alkohol verwendet. Diesen verteilen wir mit der SAF für 5-10 Sekunden. Danach spülen wir mit Alkohol und trocknen die Kanäle mit Papierspitzen und Luft.
Die palatinale Wurzel wurde auf Grund der externen Resorption als Begleiterscheinungen der apikalen P. mit ProRoot MTA weiss gefüllt. Auf ein kollagenes Widerlegen wurde hier auf Grund der Sinusitis mit Verbreiterung der Kieferhöhlenschleimhaut verzichtet.
Eine hauchdünne Schicht MTA Pulver wurde von uns auf das apikale Granulaionsgewebe aufgetragen und danach weiches MTA mit feuchter Papierspitze darauf adaptiert. Nach der anschießenden thermischen Obturation mit Guttapercha erfolgte der adhäsiver Verschluß des Zahnes mit langzeitprovisorischer Kronenreparatur intra oral.

Die weitere prothetische Therapie wurde dem Patienten jetzt angeraten.

Navigierte Aufbereitung

von Ronald Wecker

Betrachte ich mir das präoperative Einzelbild, so fällt mir bei diesem 26 neben einem fehlenden Kanalhohlraum in der palatinalen Wurzel sofort der abrupt endende Kanalhohlraum in der mesialen Wurzel auf.

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Ein Hinweis auf entweder eine Aufgabelung oder eine Konfluation mit abrupter Krümmung des Kanals nach bukkal oder palatinal.

Wie angenehm ist es dennoch, die Fragestellung bereits präoperativ im DVT beantworten zu können. Eine tiefe Aufgabelung von MB1 und MB2.

So konnte nach Entfernung der, den palatinalen Kanal fast vollständig ausfüllenden Dentikel die Erweiterung des gemeinsamen koronalen Kanalabschnittes von Mb1 und Mb2 gezielt und substanzschonend durchgeführt werden. Nach Präparation der sekundären Zugangskavität wurde zunächst MB1 bis zum Foramen physiologicum erweitert. Anschliessend konnte ein nach distopalatinal vorgebogener Microopener so eingesetzt werden, dass die Aufgabelung zwischen MB1 und MB2 gezielt instrumentiert wurde.

Der Rest war Geduldsache.

 

Fehler 61 – Sirona Dac Universal

von Hans – Willi Herrmann

Rund 10 Monate ist der Sirona DAC Universal nun in Betrieb.
Heute meldet er sich mit folgender Fehlermeldung:

Fehler 61

Der Blick ins Handbuch ergibt folgenden Hinweis:

Fehler 61 :“Dieser Fehler tritt auf, wenn sich das Signal vom Dampfgenerator-Temperatursensor drei Minuten lang nicht geändert hat (dies kann bei einem Leiterbruch im Sensor geschehen) Bitte wenden Sie sich an Ihren Anbieter“

Das klingt nicht gut.
Eigentlich klingt das sogar ziemlich schlecht.

Mit Anbieter ist vermutlich das Dental- Depot gemeint, das uns das Gerät verkauft hat.
Ein Anruf in der Technik ergibt, dass das Gerät nicht bei uns in der Praxis überprüft und gegebenenfalls repariert werden kann, sondern abgeholt werden muss. Ein Termin hierfür kann nicht genannt werden, ein Ersatzgerät als Aushilfe ist gegenwärtig nicht vorhanden.

Kennt jemand der hier Mitlesenden das Problem und kann berichten, wie es gelöst werden kann ? Da das Gerät seine Funktion unwiderruflich eingestellt hat, bin ich für jeden Hinweis dankbar.

 

 

 

 

 

IDS – Vorschau 2017: Meta Biomed EQ- V

von Hans – Willi Herrmann

eq_v-1Die IDS 2017 steht in den Startlöchern, der Countdown läuft.
Schon jetzt scheint sicher, es wird im Hinblick auf den Endobereich eine der interessanteren Jahrgänge werden, eine ganze Reihe von Neuheiten sind angekündigt.

Die koreanische Firma Meta Biomed ist, was Endo- Geräte angeht, gleich mit zwei Neuheiten am Start. Da wäre zunächst das EMS 200 Endo Magic. Eine  „All in One“ Endo-Lösung, den gesamten Endo- Workflow betreffend. Das EMS 200 hat, auf den ersten Blick zumindest, verblüffende Ähnlichkeit mit dem, in Deutschland bekannten und hoch geschätzten (weil als offenes System ausgelegtem und damit für eine Vielzahl von unterschiedlichen Nickel- Titan – Instrumenten verwendbarem) Schlumbohm Endopiloten. Für den bereits maschinell enodontisch aufbereitenden und somit motorbestückten Kollegen, der jetzt den Schritt zur warmen Wurzelfülltechnik wagen möchte, bringt Meta Biomed als kostengünstige Alternative zu ihren bereits vor 2 Jahren eingeführten Genesys–Geräten das EQ-V auf den Markt.

Ein weiteres akkubetriebenes, demnach kabelloses Füllsystem für die warme Guttapercha-Fülltechnik.

Beginnen wir mit dem Verkaufsargument, dass den „average dentist“ in der Regel zunächst am meisten interessieren dürfte: Während der Kaufpreis in Deutschland für das Genesys – System mit 1999 Euro zu Buche schlägt, wird für das EQ – V mit 995 Euro gerade mal die Hälfte aufgerufen. Das ist doch schon mal von der möglichen Ersparnis her eine Summe, die insbesondere den Einsteiger überlegen lässt, ob hier nicht das Billigere der Feind des Guten ist. Und ein solcher Preis verlagert zumindest die psychologische Schwelle des Einstiegs in die warmen Fülltechniken deutlich zum Positiven hin.

Wer sich demnach nun für den Einsatz warmer Techniken entscheidet, dem präsentiert sich das EQ-V  in der bereits von den B&L Geräten her bekannten Kombination eines kabellosen Gerätes in Penholder-Style/Lötkolben-Form für das Downpack und einer ebenfalls akkubetriebenen „Obtura“ – Pistole zum Backfill.

Was sogleich ins Auge fällt – die Hitze-Voreinstellungen der Backfill- Pistole sind nicht ganz so vielfältig wie beim Genesys.  Es stehen 160 und 200 Grad Celsius zur Wahl, das Genesys bietet als Abstufungen 140, 160, 180 und 200 Grad. Inwieweit sich diese Einschränkungen in der Praxis auswirken, bleibt abzuwarten.

Nächster Blick – diesmal ohne Frage vorbehaltlos positiv – die Geräte verfügen über Wechsel-Akkus.  Diese sind demnach im Bedarfsfalle vom Behandler sofort tauschbar und passen in beide Geräte gleichermassen. Gefällt mir. Das extrem ärgerliche Phänomen des „Mist, Vergessen auf die Ladestation zu stellen, Strom alle, muss geladen werden, Entschuldigung Chef“ fällt schon mal weg. Das Gerät wegen eines Akkuwechsels zur Reparatur einschicken zu müssen auch.  Und mit gegebenenfalls einem zusätzlichen, dritten Akku als Sicherheitsreserve, den ich, sie kennen mich, nix „Mut zur Lücke“, „Gürtel und Hosenträger“ ist meine berufliche Devise, persönlich mir beim Kauf „gönnen“ würde, sollte eine stetige Verfügbarkeit zuverlässig gewährleistet sein.

Der verwendete Kunststoff des EQ – V soll im Übrigen hochgradig wärme- und chemikalienresistent sein. Warum ich das erwähne ? Sowohl bei früheren  Meta-Geräten als auch bei Geräten von Sybron Endo kam es vereinzelt im Laufe der Zeit zu Haarrissen im Gerätekörper, die nicht alle mit unsachgemäßer Handhabung oder Anwendung aggressiver Desinfektionsmittel erklärt werden konnten.
Der Gebrauch des Gerätes war nicht beeinträchtigt, aber unschön war dieses Vorkommnis dennoch. Und soll der Vergangenheit angehören.

Rein haptisch ist am EQ – V schon mal nichts auszusetzen.
Zwar sind die Geräte sehr leicht (was ohnehin vermutlich die meisten Kollegen als positiv bewerten werden), liegen aber dennoch sicher in der Hand.

Die zu erwärmende Guttapercha kann im Übrigen sowohl in Form von „nachladbaren“ Pellets a la Original Obtura – Pistole, aber auch in Form von Einmalkartuschen verwendet werden, der Behandler hat hier freie Wahl. Meta Biomed weist darauf hin, dass der Pflege- und Reinigungsbedarf bei der Verwendung von Pellets gegenüber der Original Obtura – Pistole deutlich anwenderfreundlicher ausfällt, sowohl die Häufigkeit als auch die  Einfachheit der Pflegemassnahmen betreffend.

Wer die IDS nicht abwarten will und schon vorab genauere Infos zum Gerät möchte – Meta Biomed hat vor kurzem mit Sitz in Mülheim an der Ruhr auch den Bürobetrieb in Deutschland aufgenommen, einen deutschsprachigen Telefonsupport erreicht man unter  0208-309919-0.

Schlechte Nachricht: Der Dental Trauma Guide ist nicht mehr kostenlos.

von Lothar Pröbster

Schlechte Nachricht: Der Dental Trauma Guide ist nicht mehr kostenlos.

Seit dem ersten Februar 2017 ist der Dental Trauma Guide (https://dentaltraumaguide.org) nicht mehr frei und kostenlos zugänglich. Für den Zugang zum illustrierten Trauma Guide muß man Mitglied („certified DTG member“) werden und eine Jahresgebühr von 25 US-Dollar entrichten. Kostenlos zugänglich sind nur noch die Richtlinien aus dem Jahre 2012 (http://www.iadt-dentaltrauma.org).

Auf der einen Seite ist es verständlich, dass dieser exzellente Service Kosten verursacht, die irgendwoher gedeckt werden müssen. Auf der anderen Seite werden diejenigen, die in normaler Praxis nur sehr selten mit Traumata konfrontiert sind, verständlicherweise nicht Mitglied beim DTG werden. Dies wird leider dann dazu führen, daß Traumata gegebenfalls nicht fachgerecht behandelt werden, weil der Zugriff auf den Dental Trauma Guide fehlt.

Alternativ kann auf die Dental Trauma App (2,99 Euro im Apple Store) zurückgegriffen werden.