5 Prämolaren (4)

von Donald Becker
SS_44_ (1 von 1)-4Hier ein weiteres Prämolaren – Update aus der 5 Prämolaren– Reihe, das wieder einmal die Vorteile von DVT und Wave One Gold (in Kombination mit der VDW R25) aufzeigt. Die in diesem Zahn 44 vorliegende Anatomie sah zunächst nach einer Vertucci- Klassifikation 3  (1-2-1), später dann nach einer Vertucci- Klassifikation 7 (1-2-1-2) aus. Beide Varianten haben im vorliegenden Fall gemeinsam, daß einem-im Rahmen der WF- Revision von koronal in die Wurzel hineinblickend- der Eindruck eines einzelnen Kanals vermittelt wird. Die interne Abzweigung war hier so weit ins mittlere Kanaldrittel hinein verlagert, dass diese selbst mit dem Dentalmikroskop nicht zu sehen war.

Es sei denn man weiss von ihrer Existenz und sucht – unter gezielter Gestaltung der primären und sekundären Zugangskavität -aktiv danach. Und genau dieses Wissen vermittelte das zur Diagnostik durchgeführte DVT.

Die Erschließung des lingualen Kanals wurde mittels einer vorgebogenen Wave One Gold 20, ähnlich wie in jenem Fall im Video zu sehen, durchgeführt.

Was früher ein zeitaufwändiges und obendrein hochgradig techniksensitives Procedere war, ist heute – dank Wave One Gold – ein Kinderspiel.

Das orthograde WF- Röntgenbild SS_44_ (1 von 1)verschleiert das Ausmaß des Kanalkomplexität. Die mesialexzentrische Aufnahme vermittelt einen besseren Einblick in die tatsächlich vorliegende Anatomie.SS_44_ (1 von 1)-2

 

 

Lupenbrille – Kabel

von Christian Danzl

Vor längerer Zeit hab ich hier schon mal ein günstige Licht-Lösung für meine Oraskoptic-Lupenbrille vorgestellt. Die “Outdoor”-Stirnlampe von LED Lenser wurde mittlerweile ersetzt, nicht durch eine “professionelle” Lampe, sondern durch das Nachfolgemodell. Sitzt besser und ist heller. Immer noch unprofessionell ;-)
Durch den sehr überschaubaren Preis sind immer mindestens 2 Stück in der Praxis, eine am Kopf, die andere am Ladegerät.

Wie es aber so kommt, war meine Orascoptic-Brille eines Montag Morgen nicht auffindbar. Gefunden habe wir sie dann 2 Stunden später in der Schublade des Ende-Cart des Kollegen. Ich hab sie wieder liegen gelassen, und irgendwer hat sie in die Schublade geräumt. War zwar blöd, weil ich eine Teilkrone ohne Vergrößerung präparieren musste, aber es gab einen Erkenntisgewinn:

Redundanz.

Im Laufe der Zeit gibt es eigentlich nichts in der Praxis, was nicht in doppelter Ausführung vorhanden ist, Endometrie, Endomotor, Mikroskop, Autoklaven……. .

Jedoch nur eine Lupenbrille.
Mir wurde sehr genau vor Augen geführt, wie abhängig ich bereits von diesem Hilfsmittel bin. Gerade bei meinem Orascoptic TTL System. Fällt das gute Teil ungünstig auf den Boden, und bricht eine Optik aus dem Glas, ist der Arbeitstag beendet.
Also war der Entschluss da, mir eine zweite Lupenbrille zuzulegen.

Diesmal fiel meine Wahl auf ein ZEISS Flip-up System.

Diesmal aber dann gleich mit “professionellem” LED-Licht.
Die Wahl fiel – wegen des integriertem Orange-Filter – auf die Bajohr LED Powerlight yellow.

Einen Tag in Gebrauch, und ich wusste meine LED-Lenser Stirnlampe wieder zu schätzen:

Sie hat kein Kabel.

Jetzt hab ich ein fliegendes Kabel von der Lampe/Brille über den Rücken an den Akku am Gürtel. Es gibt zwar dann eine “Kabelführung” dazu (Hosenträgerklemme mit Gummiband), aber es ist – in meinen Augen – fürchterlich umständlich, wenn man die Brille runternimmt, immer das Kabel in die Hand nehmen zu müssen. Zumal dies bei der Bajohr-Lampe zwar leicht und dünn, aber äusserst griffig ist, und es nicht mit leichtem Zug über die Schulter gleitet. Nein, es “krallt” sich fürchterlich fest an meinem Poloshirt.
Brille vom Kopf nehmen, Kabel von der Schulter nehmen, Brille ganz abnehmen.
Umständich.

Erste Hilfe war nur ein Spiralschlauch um das Kabel. Das Kabel wird zwar schwerer, aber es rutscht zumindest endlich über Schulter und Rücken.

Das Problem des Einfädelns und Hägenbleibens bei den Behandlerstühlen mit Armstützen hab ich immer noch nicht gelöst :-(

 

 

Nächstes Mal der Vergleich vom Orascoptic-TTL- zum Zeiss-Flip-Up-System.

 

X-Bein

von Ronald Wecker

Erst kürzlich hatte einer meiner Praxispartner anlässlich unseres wöchentlichen Fallbesprechungsabends  berichtet, dass er bei oberen Molaren mit konfluierenden  mesialen Kanälen häufig Folgendes beobachten konnte:

In vielen Fällen konnte er mit einem vorgebogenen Microopener unterhalb der zwischen den Kanaleingängen gelegenen Dentinbrücke ein nach distopalatinal verlaufendes Kanalsystem tasten. Und dies, obwohl zunächst alles nach einer 2-in-1-Situation aussah.

Mit diesem Verdacht im Kopf und unter Nutzung des präoperativ angefertigten DVT konnte genau diese Kanalkonfiguration in vorliegendem Behandlungsfall freipräpariert werden.

R1

Als “Zugabe” gab es eine tiefe Aufgabelung in DB, die aber ebenfalls bereits am präoperativen DVT zu vermuten war. Die nach palatinal weisende Aufhellung und die nicht mittenzentrierte Lage der Obturation  sprachen für ein weiteres Kanalsystem. Klassisch für eine solche Konfiguration ist der dünne, isthmusartige Ausfüllen vom DB Kanaleingang nach P.

Das bei der vorangegangenen Behandlung das in MB2 eingeführte NiTi-Instrument frakturierte, ist angesichts des vorgefundenen Kanalverlaufes nicht verwunderlich.

Etwas kniffelig gestaltete sich die warme vertikale Kompakten in Schilder-Technik. Wegen der kleinen Kanalquerschnitte konnten beide Guttaperchapoints nicht gleichzeitig  eingebracht werden. Beim Abtrennen des ersten Points war daher eine ruhige Hand gefragt, um ein unbeabsichtigtes Verbringen von erwärmter Gutspreche in den noch unobturierten Kanal zu verhindern.

Wenngleich das radiologische Erscheinungsbild aufgrund der schmal-ovalen Kanalquerschnitte von MB1/MB2 und DB ästhetisch zu wünschen übrig lässt, bin ich gespannt auf das erste Recall nach 6 Monaten.

 

 

Recall 10 Jahre

von Ostidald Wucker

Selten funktionieren Recalls nach 10 Jahren. Meistens reagieren die Patienten nicht auf unsere Erinnerung. Zum einen sind sie verzogen oder telefonisch nicht mehr unter der angegeben Rufnummer erreichbar. Das ist sehr Schade, denn die Nachkontrolle hilft schon genauere Aussagen über den Langzeiterfolg in der Endodontie zu sagen.

Hier habe ich  ein 10 Jahresrecall. Der Ausgangsbefund war ein ein Zufallsbefund und ich war damals sehr zurückhaltend eine Prognose abzugeben. Interessant an dem Fall ist die Wanderung der apikalen Puffs aus der Erstbehandlung und die Dauer bis zur Vollständigen Heilung des apiakalen Prozesses.

Recall

Internes Bleichen

Von Bonald Decker

Insbesondere Frontzähne, die eine Pulpanekrose aufweisen können sich in der weiteren Folge (stark) verfärben. Dies stellt für den betroffenen Patienten ggf. ein nicht zu unterschätzendes ästhetisches Problem dar.

Heute möchte ich Ihnen kurz einen Fall vorstellen, bei dem wir nach erfolgter endodontischer Behandlung ein internes Bleichen zur Korrektur der ausgeprägten Farbveränderung vorgenommen haben.

Zur detaillierten Erläuterung der Hintergründe dieser Thematik empfiehlt sich diese Stellungnahme der DGZMK.

Hier zunächst die radiologische Ausgangssituation:

 

Internes Bleichen.001

Radiologische Ausgangssituation (Anfertigung alio loco) bei Zustand nach Frontzahntrauma vor 10 Jahren (Skistock vs. Zahn)

Internes Bleichen.002

Grosses Bild: Klinische Situation des Zahnes 21, Sensibilitätstests (EPT & CO2) negativ – Kleines Bild: Intrakoronale Situation nach Trepanation mit deutlicher Rotfärbung des Dentins

Das von uns in solchen Fällen präferierte Bleaching-Material nach erfolgter Wurzelkanalfüllung ist Opalescence® Endo der Firma Ultradent.

Hier finden Sie eine Kurzanleitung hinsichtlich der empfohlenen klinischen Anwendung.

In dem vorliegenden Fall genügte eine einmalige Anwendung des Bleichmaterials für 2-3 Tage, um dieses Ergebnis zu erzielen:

Internes Bleichen.003

Grosses Foto: Zustand nach internem Bleichen – Kleines Bild: Zustand nach Wurzelkanalfüllung, internem Bleaching und Kompositrestauration einige Wochen nach Abschluss der ästhetischen Korrektur

Internes Bleichen.004

Prä-OP vs. Post-OP

 

Mit dieser recht simplen Vorgehensweise konnte die zunächst alio loco geplante Überkronung umgangen werden und es gelang die ästhetische Beeinträchtigung suffizient zu korrigieren.

Fragmententfernung mit Fragremover

von Donald Becker

Dieses Fragment war ein richtiges Biest.
Und der Kanal, in dem es abgebrochen war, so eng und obliteriert, dass es im nachhinein nicht verwunderte, dass es zum Instrumentenbruch kam.

Hier war guter Rat teuer.
Ein maschinelles Instrument, vermutlich 15.01 oder 15.02,  in Vollrotation in den Kanal eingeschraubt. Auf Kanaleingangsniveau frakturiert.

Anpacken konnte man es nicht. Passieren auf Grund des extrem engen Kanals unmöglich. Nicht mal die Spitze eines ISO 006-, 008-, 010- Instrumentes war noch irgendwo in den Kanal hineinzubekommen.

Und zu versuchen, mittels Ultraschall das Fragment loszubekommen, hätte lediglich zur Zerlegung in kleinere Fragmente geführt.

Bliebe noch die Hohlnadeltechnik, der ich aber in diesem Fall, gerade weil/obwohl ich diesbezüglich über viel Erfahrung verfüge, auf Grund der vorliegenden Besonderheiten wenig Erfolgswahrscheinlichkeit zutraute.

Mit einem Prototyp des Fragremovers gelang die Entfernung.
Es war nicht ganz einfach, diese Schlinge über das Fragment zu ziehen, aber danach gelang die Entfernung sicher und problemlos.

 

Kurz oder lang? Das DVT kann helfen.

von Ronald Wecker

Wer kennt diese Situation nicht? Die Endometrie zeigt reproduzierbar das Erreichen der Arbeitslänge an, nach Betrachten der Messaufnahme oder der Masterpointaufnahme kommen jedoch Zweifel hinsichtlich der Korrektheit der Arbeitslänge auf.

R13

Das in diesem Fall zwecks Beurteilung der Periapikalregionen des 16 und 46 angefertigte DVT 8×4 cm ließ bereits präoperativ erkennen, dass das Foramen des 45 nach bukkal mündet.

Diese Vorabinformation, sowie die Bestimmung des Abstand des Foramen vom radiologischenApex im DVT konnte im Behandlungsverlauf an den intraoperativ erstellten Röntgenaufnahmen verifiziert werden. Hilfreich war dabei die Verwendung eines Haltersystems, das einen reproduzierbaren Strahlengang und somit verzerrungsarme Röntgenbilder ermöglicht.

Die apikale rundliche Erweiterung spricht für eine nach vollständiger Pulpanekrose arretierte interne Resorption. Die (zu kurze) Initialbehandlung hatte vermutlich zunächst apikal vitales Pulpagewebe zurückgelassen. Die laterale Sealerspur “passt” zur lateralen Ausdehnung der periapikalen Aufhellung.