Immer schön skeptisch bleiben. Das Recall. Überfüllt oder nicht?

von Ronald Wecker

In der Kommentarfunktion wurde von thomasvilniusandrenio folgende Frage gestellt:

„Zwei Kanäle erscheinen jetzt überfüllt. Ist das grundsätzlich unproblematisch?“

Eine Überfüllung kann man ins 2D- Bild hineininterpretieren. Allerdings werden alle Arbeitslängen mehrfach endometrisch überprüft und der Sitz der Masterpoints metrisch und radiologisch mit dem Sitz der bei der Messaufnahme benutzten Instrumente verglichen. Insofern halte ich eine Überfüllung (Masterpopint zu lang) für unwahrscheinlich.

Zur Veranschaulichung die beiden PräOp-Bilder und die Einzeichnung des Verlaufs  des Parodontalspalts der bukkalen Wurzel.

 

 

 

Immer schön skeptisch bleiben. Das Recall.

von Ronald Wecker

Vor etwa einem halben Jahr hatte ich hier über diesen anatomisch interessanten Prämolaren berichtet.

Gestern nun das erste Recall. Der Zahn ist seit der Behandlung beschwerdefrei und radiologisch ist die diffuse Aufhellung bereits reduziert. Einer prothetischen Neuversorgung steht somit nichts mehr im Wege.

Für Alle, die Kofferdam als nicht sinnvoll ansehen…

Hier  ein Bericht von Fox News von dieser Woche über einen 74 jährigen Mann, der im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung ein Wurzelkanalinstrument (ganz offensichtlich ISO 10)  verschluckte, welches anschliessend aus seinem Magen endoskopisch entfernt werden musste.

Screenshot 2017-11-30 23.01.17

 

Autogene Zahntransplantation

Von Christoph Kaaden

Nachdem ich gestern Abend auf einem gelungenen Vortrag zum Thema „dentales Trauma und Zahntransplantation“ war, möchte ich die Möglichkeit nutzen für diese Therapieform weiter zu sensibilisieren.

Auf WURZELSPITZE war in der Vergangenheit hier und hier über eine Prämolaren-Transplantation geschrieben worden. Weiterführende Literatur zu dieser Thematik finden Sie u.a hier in einer interessanten Dissertation.

Prof. Nolte hob ferner die Therapieoption einer Milchzahntransplantation hervor. Hier ein Fallbericht, der das Vorgehen näher erläutert.

 

Mein Fazit des gestrigen Abends lautet:

  • Man kann nie genügend Wissen über die dentale Traumatologie sammeln (hier der link zu der DGZMK-Leitlinie)
  • Zahntransplantationen (egal ob Zähne der ersten oder zweiten Dentition) bei verloren gegangenen bleibenden Zähnen sind eine Therapieoption, die mehr Beachtung finden sollte.

 

Quiz du jour 11/17 – update

Von Bonald Decker

 

Leider hielt sich die Beteiligung an dem aktuellen Quiz in Grenzen…

Insbesondere Daniel Calenberg hatte den Nagel aber auf den Kopf getroffen.

hier nun ein erstes Update der Behandlung.

Explizit die Radix entomolaris war auf den ersten Blick (für mich) nicht zu sehen…

Quiz du jour 11:17_new.003

Messaufnahme mit R-Pilot Instrument in dis-lin. Radix und Kontrolle der Fragmententfernung mesial

Quiz du jour 11/17

Von Bonald Decker

 

Liebe „Wurzelspitzler“…

Nachfolgend mal wieder ein „Quiz du jour“…

Eine 48-jährige Patientin wurde uns zur Revision des Zahnes 46 überwiesen.

Kurz zur Anamnese:

  • Z.n. Wurzelkanalbehandlung 1997;
  • Z.n. prothetischer Neuversorgung vor 1,5 Jahren.
  • Seit einigen Monaten Aufbissbeschwerden (=moderates,gleichbleibendes Schmerzbild)
  • weitere klinschen Befunde (Taschensondierung etc.) ohne pathologische Befunde.
  • Weitere Röntgenbilder sind nicht vorhanden

Quiz du jour 11:17.001

Wie schätzen Sie die Prognose des Zahnes ein?

Welche Herausforderung sehen Sie bei diesem Zahn?

Wie würde Ihre Therapie aussehen?

Nutzen Sie die Kommentarfunktion…

 

 

Antibiotikagabe in der Enddontie

von Jörg Schröder

Heute ging eine E-Mail der ESE, namentlich von Paul Dummer, mit folgendem Betreff  im Postfach ein. Nach dem englischen Text folgt ein PPT-Dokument zur Kampagne und die Links zu verschiedenen PDF’s. Ich finde es lohnt sich das zu lesen.

„ESE awareness campaign on the correct use of Antibiotics in Endodontics“

There is international concern about the overuse of antibiotics and the emergence of antibiotic-resistant bacterial strains. As dentists prescribe approximately 10% of antibiotics dispensed in primary care, it is important not to underestimate the potential contribution of the dental profession to the development of antibiotic-resistant bacteria. For example, in the UK, it has been reported that 40% of dentists prescribed antibiotics at least three times each week, and 15% prescribed antibiotics on a daily basis.

Antibiotics do not reduce pain or swelling arising from teeth with symptomatic apical pathosis in the absence of evidence of systemic involvement. Furthermore, one Cochrane systematic review has found no evidence to support the use of antibiotics for pain relief in irreversible pulpitis. Thus, two systematic reviews concluded that infection must be systemic or the patient must be febrile or immunocompromised to justify the need for antibiotics. For these reasons, prescription of antibiotics by dentists should be limited.

Odontogenic infections, including endodontic infections, are polymicrobial involving a combination of gram-positive, gram-negative, facultative anaerobes and strict anaerobic bacteria. When bacteria become resistant to antibiotics, they also gain the ability to exchange this resistance.

Antibiotic sensitivity of the bacteria found within the oral cavity is gradually decreasing, and a growing number of resistant strains are being detected, in particular Porphyromonas spp. and Prevotella spp. However, the phenomenon has also been reported for alpha haemolytic streptococci (‘Streptococcus viridans’) and for drugs such as macrolides, penicillin and clindamycin.

Inappropriate use of antibiotics not only drives antibiotic resistance and misuses resources but also increases the risk of potentially fatal anaphylactic reactions and exposes people to unnecessary side effects. In addition, antibiotic prescribing for common medical problems increases patient expectations for antibiotics, leading to a vicious cycle of increased prescribing in order to meet expectations.

ESE ABC Awareness campaign

Doppelklick auf den Link öffnet ein Fenster aus dem heraus die ppt-Datei heruntergeladen werden kann.

Ein wichtiger Anstoss, wie ich finde. Denn auch wir Zahnmediziner können dazu beitragen, die in meinen Augen weit verbreitete unreflektierte Antibiotikagabe zu reduzieren.

Das Statement der ESE , findet man hier:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/iej.12781/full

Wer es lieber direkt mag, findet das PDF zum Download nachfolgend:

Segura-Egea_et_al-2017-International_Endodontic_Journal

Auch in der DZZ wird endlich wird geschrieben, was wir alle hier bestimmt längst schon wissen:

Der vermehrte Einsatz des Ausweichantibiotikums Clindamycin in der zahnärztlichen Versorgung stellt eine Fehlversorgung mit Antibiotika dar.

Wer es ein wenig ausführlicher nachlesen möchte, findet den Artikel unten angehängt.

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