Vorher/Nachher – Die Auflösung

von Ronald Wecker

Das DVT, präoperativ erstellt, enthüllte die Ursache für die Pulpanekrose. Eine Horizontalfraktur der distobukkalen Wurzel.

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Bei der Messaufnahme dann auch eindeutig im 2D-Bild zu erkennen.

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Der koronale Kanalanteil des DB wurde vor Beginn der endodontischen Behandlung adhäsiv verschlossen. Nach der Obturation erfolgte in gleicher Sitzung die Amputation der distobukkalen Wurzel.

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4 Wochen postoperativ erscheint der Zahn deutlich gefestigt. Die Beweglichkeit ist etwas größer als physiologisch, eine knappe 1. Die Gingiva erscheint entzündungsfrei. Die Sondierungstiefen betragen im bukkalen Bereich 2 mm.

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In 5 Monaten wird das erste Röntgen-Recall sein. Ich bin gespannt wie es sich entwickelt.

Vorher/Nachher

von Ronald Wecker

Um den geneigten Wurzelspitze-Leser ein wenig aus dem Konsum-Modus herauszulösen, stelle ich heute zuerst einmal „nur“ ein Vorher- und ein Nachher-Röntgenbild ein.

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Klinisch imponierte eine deutlich Schwellung mit einhergehender erhöhter Sondierungstiefe (6mm) im Bereich der Furkation, eine deutliche Zahnlockerung, sowie Missempfindungen beim Ausbeissen. Die Sensibilität war negativ.

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Ausser einer kleinflächigen Amalgamfüllung war der Zahn 27 unrestauriert.

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Welche Diagnose kommt in Frage? Welche weiterführenden Untersuchungen/ Befunde können hilfreich sein? Welche Therapieoptionen kämen noch in Frage?

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Die Kommentarfunktion nutzen und eine Meinung haben!

 

Röntgenlogisch erkennbare Verdachtsdiagnosen (1)

von Ostidald Wucker

Liebe Wurzelspitzeleser,

im unten gezeigten Röntgenbild sind mögliche Verdachtsdiagnosen zu stellen. Welche können Sie erkennen. Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion. Vielen Dank für die Mitarbeit.

Zum klinischen Befund:
Z.n. traumatischer Zahnverletzung 21vor mehr als 15 Jahren mit anschließender Wurzelbehandlung und sofortiger WSR, Palpation labial apikal 21 Druckdolenz, Aufbißschmerzn 21, keine erhöhten Sondierungstiefen, Lockerungsgrad 12,11,21,22 = 0, Sensibilität 12+,11+,21-,22+

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Vorgehen bei Revitalisierung – Statement der ESE (I)

Von Bonald Decker

Durch einen Hinweis von Marc I. Semper bin ich kürzlich auf die aktuelle Stellungnahme der europäischen Gesellschaft für Endodontologie (ESE) zur empfohlenen Vorgehensweise bei der Revitalisierung nekrotischer Zähne mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum gestossen.

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Laut der Veröffentlichung ist es das Ziel „entsprechend ausgebildeten Zahnärzten ein Behandlungsprotokoll einschließlich detaillierter Einzelheiten des Verfahrens zu liefern“. Die Aussagen basieren dabei auf aktuellen klinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie dem Know-how des Autoren.

Gemäss der aktuellen Empfehlungen haben wir daraufhin gestern bei dem 8-jährigen Johannes folgende erste Schritte durchgeführt:

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  1. Behandlungstermin:
  • Anlegen der Zugangskavität
  • Entfernung von losem oder nekrotischen Pulpagewebe mit geeigneten Endodontie-Instrumenten
  • Vermeidung mechanischer Bearbeitung der Wurzelkanalwände
  • Spülung mit 1,5-3 % Natriumhypochlorit (20 ml =5 min) bis 2 mm vor vitalem apikalem Gewebe (bevorzugt Spülkanüle mit seitlichem Ausgang)
  • Spülung mit steriler physiologischer Kochsalzlösung zur Minimierung der zytotoxischen Wirkung von Natriumhypochlorit auf vitales Gewebe  (5 ml)
  • Trocknung mit Papierspitzen
  • Spülung mit 17%iger EDTA-Lösung (20 ml)
  • Applikation einer medikamentösen Einlage:
    • Antibiotikamischung (Ciprofloxacin,Metronidazol (und ggf.Minocyclin)
      • Neuere Veröffentlichungen befürworten stattdessen die Anwendung von Calciumhydroxid
  • Temporärer Verschluss der Zugangskavität (in unserem Fall Cavit & Ketac Molar)

 

Der zweite Termin ist in zwei bis vier Wochen geplant. Über unser weiteres Procedere werde ich dann berichten…

Hier schon mal der Link zu dem vollständigen ESE-Artikel hier bzw. hier.

 

Purekeys Hygiene Tastatur – die ersten Monate

von Hans-Willi Herrmann

„Sehr geehrter Herr Dr. Herrmann,

Sie nutzen ja nun schon einige Monate die Purekeys Hygienetastatur.

Wie schlägt sie sich denn in Ihrem Langzeittest (oder ist das erst mittelfristig?)“

 

In der Tat würde ich 3 Monate nicht als langfristig verbuchen, reden wir also in zwei, besser 4 Jahren noch mal drüber, aber für eine erste Beurteilung (die ich, da vermutlich für viele interessant hier wiedergeben möchte) sollten die ersten 3 Monate schon ausreichen.

Wobei – für  eine erste Beurteilung – hätte schon die erste Woche ausgereicht.
Eigentlich sogar die ersten 2 Tage.

Denn die Purekeys – Hygienetastatur schlägt sich besser als jede andere mit gleichem Anspruch angetretene Tastatur bisher.
Und ich habe im Laufe der Jahre schon einige getestet.
Ich hab nur der Sache nicht getraut.

„Wo ist der Haken ?“
Um es vorweg zu nehmen. Es gibt keinen.

Denn die „Purekeys“ sind soviel besser, dass bei gleicher Hygienefähigkeiten wie die der Mitbewerber der Verlust an Schreibkomfort gegenüber einer konventionellen Tastatur so gering ist, dass es für mich de facto nicht ins Gewicht fällt.

Das nämlich war das große Manko, der bisher getesteten Hygiene- Tastaturen. Hygienefähigkeit 1 mit Sternchen, Schreibkomfort bestenfalls 3 -, andere sogar   Schulnote „mangelhaft“.

Wir haben bei uns in der Praxis sowohl eine kabelgebundene Tastatur/Maus Kombi in Benutzung als auch eine kabellose Version.
Letztere ist mein Favorit, weil ich die Maus auf dem Arztelement unserer neuen Behandlungseinheit für die Darstellung der DVT´s und Röntgenbilder auf dem dort angebrachten Monitor einsetzen kann. Was in diesem Zusammenhang positiv auffällt – während früher eingesetzte Alternativen schon mal nach ca. 4 Wochen batteriebedingt die Segel strichen, funktionieren kabellose Purekeys Tastatur/Maus bis heute mit dem ersten Batteriesatz.

Selbst wenn ein Batteriewechsel nun anstünde, damit könnte ich leben, meinen Vorzug bekommt die Wireless- Variante. Die drahtlose Übertragung- auch dass in der Vergangenheit schon mal ein Problemaspekt – funktioniert störungslos und absolut unauffällig.

Bleibt noch ein letzter Aspekt, die Reinigungsfähigkeit der Oberflächen.

Damit meine ich nicht die Reinigungsfähigkeit per se, die ist wie bereits erwähnt einwandfrei, sondern die Empfindlichkeit der Silikon- Hülle, welche die eigentliche Tastatur bedeckt, im Bezug auf die im Praxisalltag verwendeten Materialien der Zahnarztpraxis.

Hier hatte ich die größte Sorge, besitzt die Purekeys- Oberfläche doch gegenüber einer Glastastatur eine leicht rauhe Haptik und ist so gegenüber der Technik des Abrubbelns von Materialien wie zum Beispiel Tempo Bond NE im Nachteil. So ganz traue ich dem Frieden noch nicht, allerdings sind die Oberflächen in den ersten 3 Monaten zumindest ansehnlich geblieben.

Lieber Email- Schreiber, sie hatten um ein Fazit gebeten, hier ist es:

Von allen Hygiene- Tastaturen, die ich bislang im Test hatte würde ich – und zwar ohne auch nur eine Sekunde noch mal die Entscheidung überdenken zu müssen – die Purekeys – Tastatur kaufen.

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4

von Christian Danzl

Die Olympus Tough TG 3 wurde schon öfter hier auf dem Blog beschrieben.

Vor einiger Zeit hat Olympus die Tough TG 4 herausgebracht.
Was hat sich geändert?

Nicht viel, um es gleich zu sagen.

Zwei entscheidende Dinge sind es jedoch, die die Kamera für die Zahnarztpraxis interssanter machen:

  1. Raw – Support: Die Kamera bietet jetzt neben JPEG-Bildern auch Bilder im Raw-Modus an, was durchaus interessant, wenn es um Darstellung feiner Details geht.
  2. Nach Firmware update kann ein neues Zubehörteil angesteuert werden:
    Der FD-1 Blitzdiffuser. Ähnlich dem LG-1 Light Guide, der das eingebaute  LED-Licht per Lichtleiter als „Ringlicht“ verwendet, jedoch mit deutlich mehr Licht.

Ansonsten hat sich nicht viel getan, der bewährte Sensor (1/2,3 Zoll CMOS mit 16 MP) und das Objektiv (2,0-4,8/4,5 – 18 mm – KB-Äquivalent 25 – 100 mm) ist geblieben.

So auch die WiFi-Funktion, mit der über die Olympus Image Share-App Bilder problemlos und schnell auf ein Smartphone übertragen, und von da schnell per Messenger (WhattsApp, ICQ, Threema, Telegram …) weiter geschickt werden können.

So ist die TG-4 noch attraktiver als die TG-3.

Ein Umstieg von der TG-3 auf die TG-4 ist meiner Meinung nach nicht notwendig, ausser man braucht den Blitzdiffusor (ob die TG-3 für den Diffusor nachrüstbar wird, weiss ich nicht).

Interessant auch, das Olympus selbst die Kamera auch schon für den medizinischen Sektor (Dermatologie und Zahnmedizin) anpreist, siehe pdf (leider nur ein Scan, des vom Händler ausgedruckten Info-Blattes).

Im Anschluss nochmal Bilder mit/ohne Focus-Stacking und Ausleuchtung mit Light Guide, Beispielbilder intraoral und mit Blitzdiffusor folgen demnächst.

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ausleuchtung mit Light Guide 1

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

mit Focus-Stacking

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

ohne Focus-Stacking

Mehrfachtrauma – 1-Jahres-Recall

von Ronald Wecker

Ein Jahr nach einem Unfall mit unter anderem schweren Verletzungen des Alveolarfortsatzes und vieler Oberkieferzähne zeichnet sich in diesem Behandlungsfall ein vorläufig positives Zwischenergebnis ab.

Die Erstvorstellung fand 3 Tage nach dem Trauma statt.

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Der Zahn 11 war avulsiert, der Zahn 12 intrudiert, die Zähne 23, 22, 21,11 und 12 wiesen unkomplizierte Kronenfrakturen auf. Die Gingiva distal des 11 wies eine diagonale Risswunde auf. Zahn 11 wurde nach 4 Stunden Trockenlagerung replantiert. Ausserdem: Fraktur des Jochbeins links, Fraktur des Siebbeins links, Alveolarfortsatzfraktur in Regio 24-21 mit Dislokation nach palatinal, Fraktur der lateralen Sinusbegrenzung links und eine nicht dislozierte Nasenbeinfraktur.  Zwei  perforierende Riss-/Platzwunden in Ober- und Unterlippe.

4 Wochen später wurde hier über den Zwischenstand berichtet.

Multitrauma D.006

Der Titan-Trauma-Splint wurde 4 Wochen nach dem Unfall entfernt. Der ursprünglich sehr mobile „Aleveolarblock“ 21-25 zeigte keine  erhöhte Beweglichkeit mehr. Der avulsierte Zahn 11 und der intrudierte Zahn 12 wurden initial endodontisch behandelt und mit CaOH2 versorgt. Beide Zähne zeigten einen metallischen Klopfschall. Zahn 11 zeigte bereits Anzeichen einer knöchernen Ersatzresorption. Die Zähne 15-13 und der Zahn 25 waren weiterhin sensibel auf elektrischen Reiz. Neu „hinzugekommen“ war der nach Trauma zunächst nicht sensible Zahn 24. Die Zähne 23-21 reagierten weiterhin nicht auf elektrischen Reiz. Eine apikale Veränderung war im Einzelbild nicht zu erkennen.

8 Monate nach dem Trauma war der Zustand wie folgt:

Multitrauma D.027

Die durch die dislozierte Alveolarfortsatzfraktur verursachte massive Okklusionstörung hatte sich auf natürlichem Wege wieder reduziert. Alle Seitenzähne des Oberkiefers stehen in Kontakt zu ihren Antagonisten. Die kurz nach dem Unfall nicht auf elektrischen oder Kältereiz sensiblen Zähne 24,23 und 21 reagierten reproduzierbar auf elektrischen Reiz. Nur der im ehemaligen Bruchspalt gestandene Zahn 22 zeigte keine Reaktion auf elektrischen Reiz. Eine periapikale Pathologie fehlte jedoch. Der intrudierte und mittlerweile endodontisch behandelte Zahn 12 wies einen normalen Klopfschall und eine physiologische Mobilität auf.  Die knöcherne Ersatzresorption am beim Unfall avulsierten und 4 Stunden trocken gelagerten Zahn 11 war weiter vorangeschritten.

Gestern nun, 13 Monate nach dem Trauma, reagierte auch der bislang nicht sensible Zahn 22 positiv auf den elektrischen Reiz, sodass mit Ausnahme der Zähne 12 und 11 alle betroffenen Zähne immer noch bzw. wieder eine positive Sensibilität aufwiesen. Der „transient apical breakdown“ an den Zähnen 21, 22 und 23 mit ampullenförmigen Erweiterungen der apikalen Kanalanteile scheint rückläufig zu sein.

Multitrauma D.028

Nur die knöcherne Ersatzresorption des 11 schreitet so schnell voran, dass auf die zunächst in Erwägung gezogene Dekoronation verzichtet wird, um die knöcherne Ersatzresorption so lange „nutzen“ zu können, bis eine iatrogene Intervention ( Entfernung der klinischen Krone des 11) mit einem geringstmöglichen Trauma einhergehen kann.

Der nächste Behandlungsschritt wird die kieferorthopädische Optimierung der Zahnstellung im Ober- und Unterkieferfrontzahnbereich sein, um die minimalinvasive Wiederherstellung einer akzeptablen Frontzahnästhetik zu ermöglichen.

To be continued.