Vertrauensbildende Maßnahme in der Endodontie- ich “muss” an der Reaktion des Patienten …

von Bonald Decker

…die “richtige” Position” des Instrumentes erkennen…

So, oder so ähnlich wird bei “Wurzelbehandlungen” damit “argumentiert”, dass während der Therapie auf eine Lokalanästhesie verzichtet werden “muss”.

Auch auch WURZELSPITZE sind befürwortenden Kommentare dieses Procedere nicht unbekannt. So hieß es dort in der Vergangenheit u.a.:

Ich sehe immer wieder zentimeterweise über den Apex hinausgeschobene Guttapercha-Points – da dürfte vorher auch ein Aufbereitungsinstrument den Weg gebahnt haben. Ohne LA kaum vorstellbar, dass das ohne Reaktion des Patienten bliebe.”

Als exemplarisches Gegenbeispiel möchte ich nachfolgenden Fall vorstellen. Die Wurzelkanal”füllung” erfolgte laut Patientin ohne Anästhesie, da der Behandler an ihrer Reaktion (in/an den Augen) sehen wolle, ob er “am Ziel” sei…

gemerkt habe sie bei der WF “schon was”, aber richtig schmerzhaft sei es nicht gewesen…

auch wenn dies nur ein Fallbeispiel darstellt verdeutlich es doch, dass auch die Technik der –Arbeitslängenbestimmung anhand der Patienten(schmerz)reaktion– alles andere als fehlerfrei ist…

Hier noch einige 3D-Impressionen der Situation:

In diesem Beitrag geht es mir darum zu verdeutlichen, dass keine der verfügbaren Techniken zur Bestimmung der Arbeitslänge vollkommen fehlerfrei ist. Nur eine Kombination aus unterschiedlichen Verfahren (z.B. endometrische Längenbestimmung, radiologische Aufnahmen…) liefert die höchste Messgenauigkeit für unsere Patienten. Deren Schmerzsensation als alleiniges Kriterium heranzuziehen scheint kein ausreichend valide Methode zu sein…

P.S.: Das palatinale Fragment misst 16 mm

Aera Bestellkompass – Erfahrungen eines langjährigen Anwenders

von Thomas Seitner

Da HaWi gerade seine ersten Erfahrungen mit der Wawibox vorgestellt hat, möchte ich zum Vergleichen meine Erfahrungen aus 15 Jahren Aera Bestellkompass Verwaltung berichten. Für einen Kommentar war das zuviel, daher dieser Artikel.

Es gibt inzwischen einige Materialverwaltungsprogramme auf dem Markt. Die meisten – vor allem die, die von den Depots geführt werden, sind reine Bestellverwaltungsprogramme.

Das Depot möchte es dem Kunden bequem machen seine Bestellungen aufzugeben. Dies geht meistens mit virtuellen Ablagekörben, aus denen dann entsprechend bestellte Artikel nach Namensangabe in einer Suchliste vorgeschlagen werden. Andere Depots arbeiten mit Barcodescanner, die die aufgebrachten Strichcodes lesen können. Henry Schein labelt Dios zum eigenen Programm (DocMA) um.

Die einfacheren Scanner lesen sogenannten 1D Code: Strichcode. Teurere Scanner können auch den kleineren, viereckigen Datamatrix Code (sieht ähnlich dem bekannten QR Code aus) erkennen – sofern die Software diese Codierung unterstützt!

Der Preis – Vergleich mit anderen Depots entfällt bei diesen Programmen.

Soweit mir bekannt ist, gibt es noch kein Material – Verwaltungssystem mit Scanner, das in der Lage ist, alle auf der Packung aufgedruckten Daten zu identifizieren. Deshalb geht Aera (und auch die Wawibox) den Weg, für jeden Artikel einen eigenen Verwaltungsbarcode (Strichcode) zu drucken, der dann auf den Artikel geklebt werden muss.

Wünschenswert wäre eine Einigung der Industrie, damit alle Artikel direkt mit Übertragung der Chargennummer gelesen werden könnten.

Die notwendigen Angaben: Produktname (mit Hersteller), Chargennummer (damit auch Festlegen des Verfalldatums), Zuordnung zur Bestellung (von welchem Depot) und Lagerort wird in Aera bei der Lieferung der Ware Artikel für Artikel ergänzt oder übernommen.

Im Unterschied zu den Depot – Materialverwaltungsprogrammen, vergleicht Aera (so wie auch die Wawibox) die Preise verschiedener Lieferanten (Depots). Ob dies wirklich tagesaktuell geschieht (wie von Aera beworben) und alle Angebote, die per Flyer in die Praxis kommen einbezogen sind, haben wir noch nie geprüft. Wenn es jemanden explizit Interessiert, können wir das gerne machen.

Aera verlangt für das Einpflegen der Daten sowohl vom Kunden (Zahnarzt) als auch vom Hersteller oder Lieferant eine Gebühr. Die Gebühr für die ZA Praxis liegt bei ca. 22,50.- Euro + MwSt. im Monat. Im Vergleich zu den Softwarewartungsgebühren anderer Hersteller erscheint das preisgünstig. Es gibt auch eine Erweiterung für das Dentallabor und deren Produkte.

Kleingeräte sind auch gelistet. Hier haben wir kürzlich beim Preisvergleich mit unserem Stammdepot einen Preisunterschied von gut 100% (!) ausgemacht. Bei einem zuverlässigem deutschen Depot betrug der Preis für ein Foliensiegelgerät 280.- Euro während unser Stammdepot 460.- Euro haben wollte! Das Gerät stand zwei Tage später bei uns im Steri und war immer noch 100.- Euro billiger als die Reparatur des alten Gerätes!

Normalerweise sind die Artikel mit Beschreibung, Sicherheitsdatenblättern und Preisen der verschiedenen Lieferanten in der Datenbank auf Knopfdruck aufrufbar.

Wie in anderern Bereichen der Wirtschaft verlangt auch Aera eine Gebühr für die “Einlistung” der Waren in den Aera Bestelkompass. Wie hoch die “Aufnahme” – Gebühr der Hersteller ist, ist mir nicht bekannt. Bei der online Bestellung über Aera werden dem Depot Anteile vom Bestellwert berechnet.

Dies führt zu den von HaWi beschriebenen “Leerstellen” in der Datenbank.

Aktuelles Beispiel bei mir: die neuen Astra EV Implantate des Herstellers Dentsply Implants (früher Friadent) werden nicht gelistet. Die schon länger laufenden Ankylos Implantate der gleichen Firma sind noch im Warenkatalog enthalten. Ist dem Hersteller dieser Vertriebsweg für die Zukunft zu teuer? Laut Aera Werbung sind 300 Lieferanten (Depots und Direktvertreiber) gelistet.

Da wir Aera auch als Materialverwaltungsprogramm für die am Patienten eingebrachten Materialien verwenden (MPG Dokumentation), ist es für uns wichtig, das wirklich alle in der Praxis verwendeten Materialien im System vorhanden sind.

Man kann in Aera sowohl Artikel, als auch Lieferanten selbst aufnehmen und dabei jeweils eigene Rabatte und Lieferkonditionen (z.B. Portofrei) hinterlegen, die den Preisvergleich mit dem persönlichen Standard -Depot und Angeboten anderer Depots einfacher machen. Aera bricht automatisch den Gesamtpackungspreis auf die einzelne Gebindegröße zum leichteren Preisvergleich herunter.

Bei einem Endo Feilen System oder einem Implantatsystem mit diversen Längen und Durchmessern, Abutments, Heilungskappen und Verschlussschrauben, Bohrern etc. in verschiedenen Größen ist die manuelle Aufnahme aller Artikel eine sportliche Aufgabe bei der schnell 300-500 Artikel zusammenkommen! Da die Produkthersteller keine eigene Materialverwaltung anbieten, sollten sie sich überlegen, ob eine korrekt und professionell gewartete Materialdatenbank bei den Herstellern wie Aera oder Wawibox nicht auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann. Den Aufwand des “Befüllens” einer Datenbank sollte man auch bei “ungefüllten” Materialverwaltungen bedenken.

Freundlicherweise ist Aera als Service – Dienstleister bereit, Produkte für uns aufzunehmen, allerdings ohne Preisaktualisierungsdienst. – als sogenannte persönlich aufgenommene Artikel.

Ein persönlich aufgenommener Artikel bedeutet aber auch: eine Praxis-Mitarbeiterin darf dann sowohl im Praxisverwaltungsprogramm Evident (oder Solutio etc.) als auch im Materialverwaltungsprogramm Aera die Preise aktuell halten. Das funktioniert in der täglichen Praxis leider nicht immer so zuverlässig und kostet im Vernachlässigungsfall viel Geld.

Wie groß die Lücken im direkten Vergleich zwischen Wawibox und Aera sind könnte man durch Eingabe des in der Wawibox fehlenden Produktes unter Bestellkompass.de sehen. Ist der Artikel dort gelistet, wird er auch gepflegt. Die Firma hinter Aera gibt es seit 1993.

Aera läuft auf dem eignen Praxisserver, also auch wenn das Internet einmal streikt. Soweit mir bekannt ist läuft das System nur unter Windows.

Bei allen Bestellsystemen muss kritisch hinterfragt werden, wie viele Daten der Praxis bei einem Online Bestellvorgang übertragen werden. Die früher vorhandenen CD – Updates wurden von Aera mangels Nachfrage eingestellt. Der Datenbestand kann mehrmals im Monat über das Internet aktualisiert werden. Bei Aera kann die Bestellung auch ohne Online Verbindung direkt auf Papier ausgedruckt und dann an das Depot gefaxt werden.

So mache ich es, da ich dann bei jeder Bestellung sehe, ob die Materialien und Mengen noch dem entsprechen, was ich in Zukunft in der Praxis verwenden möchte. Gerade neue, unerfahrene ZMF´s machen hier leicht Fehler. Teuer gekauftest, aber nicht (mehr) verwendetes Material vergammelt dann bis zum Ablauf der Haltbarkeit im Keller. Vor allem nach besuchten Fortbildungskursen sollten die Bestellhelfer/innen auf der Hut sein :-) .

Zusätzlich ist in unserem QM beschrieben, in welche Klassen Materialien einzugruppieren sind (schneller oder langsamer Umlauf, billig oder teuer, schnell ablaufend etc..) und ob Materialien großzügig oder eher knapp zu bevorraten sind.

Per Unterschrift vom Chef wird die Bestellung bestätigt und von der Mitarbeiterin dann gefaxt oder über die Online Funktion gesendet. In meiner Praxis ist es den Mitarbeitern verboten (außer in absoluten Ausnahmen) telefonisch zu bestellen. Bei Falsch – Lieferungen, ist dann der Beleg, wer Schuld ist, nicht mehr zu erbringen. Bei Medikamenten wie z.B. Emdogain, die nicht rückgabefähig sind, schlagen solche Fehler schnell mit 500.- Euro pro Packung zu buche!

Ein nettes Feature sind die Lieferantenbewertungen. Hier sind wie bei Amazon und Co. die Depots mit Sternen versehen, aus denen man erkennen kann, ob der Lieferant in der Vergangenheit gehalten hat, was er versprochen hat.

Wir hatten in der Anfangseuphorie bei einem der billigsten Depots bestellt – allerdings hatten wir dann oft nur Teil- oder nicht gelieferte Waren, die auf der bereits zugestellten Rechnung aber bereits komplett berechnet wurden. Die Nachlieferungen wiederum kamen selten an. Wir waren offensichtlich nicht die Einzigen und das Depot ist nach der Einführung der Bewertung schnell aus dem Katalog verschwunden. Ein gutes Beispiel wie die “Macht” der Kunden wirken kann. Da auch wir als Praxen uns täglich der “Bewertung” durch Patienten stellen müssen, ist es logisch, das wir auch unsere Lieferanten bewerten.

Über die “Eifersucht” des Stammdepots beim Materialfremdeinkaufen hatte ich an andere Stelle bereits geschrieben. Wir haben eine Zeit lang unser Depot damit “geärgert”, indem wir die Bestellungen mit den Preisen des zuverlässig liefernden, günstigsten Depots gesendet hatten. Bei jeder Rechnung konnten wir dann sofort die Differenz zu dem möglichen, günstigeren Einkauf sehen und am Jahresende Nachverhandlungen führen. Der Wert eines zuverlässigen und schnellen technischen Service sollte dabei fairerweise berücksichtigt werden.

In den Beschreibungen zu den Produkten kann man persönliche Informationen oder auch einen xbeliebigen Link platzieren. Leider können nur sehr kleine Bilder eingefügt werden, hier empfinde ich das Aera System als stark verbesserungswürdig. Gut ist, das auf Mausklick auch das jeweilige Sicherheitsdatenblatt des Produktes angezeigt wird.

Eine Funktion, die wir nie verwenden, ist die Preisanfragefunktion an verschiedene Depots. Der Vorgang geht einfach und schnell, Ist aber eher für die absoluten Sparfüchse gedacht.

Die Wareneingangskontrolle geht mit dem Erfassen der Bestellung auf Vollständigkeit – (sind wirklich alle Packungen, die auf dem Lieferschein/Rechnung stehen, geliefert worden?), dem Eintragen der Chargennummer, dem zugehörigem Haltbarkeitsdatum, dem Einbuchen in das jeweilige Standardlager sowie dem anschließendem Ausdrucken des Barcodestreifens – relativ zügig, wäre aber noch deutlich zu steigern, wenn man auf das Drucken des Barcodes verzichten könnte.

Die Lagerverwaltung (mit Barcodepaket) funktioniert bei uns nur mäßig gut. Die bei uns durch unser QM geregelte, regelmäßige Inventur läuft je nach Mitarbeiter(in) schnell oder gar nicht ab, was auf einen höheres Maß an Fehlbedienungsmöglichkeit im Programm und eine hohe Schulungsnotwendigkeit der Mitarbeiter schließen lässt. Die Summen der in der EDV aufgezeichneten und der tatsächlichen vorhandenen Menge stimmte in den letzten 15 Jahren selbst bei den zuverlässigsten Mitarbeitern nie. Das Problem sind die immer wieder fehlenden oder falschen (EDV-) Entnahmen der Waren. Hier ist eine offensichtlichere Sicherung gegen Fehlbedienung notwendig.

Genial gut funktioniert dagegen die Sterilgut- und Materialverwaltung in den Zimmern. In jedem Behandlungszimmer ist ein kleiner, preiswerter (ca. 150.- Euro), akkubetriebener Opticon Barcodescanner vorhanden mit dem die Mitarbeiter über unsere Zweitlagerliste alles vom Tray bis zur Composit – Carpule chargenbezogen dem Patienten zuordnen. Wenn das “Piep – Konzert einmal nicht ertönt, weis ich- das irgendetwas nicht stimmt. Der Vorgang dauert inzwischen nicht einmal mehr eine Minute- und überträgt die Daten sowohl in Aera, als auch über eine VDDS – Schnittstelle in das Praxisverwaltungsprogramm Evident. Dort wird der erzeugte Datensatz dann auch noch über die Windows Zwischenablage im Klartext in die elektronische Karteikarte eingetragen. Die Daten beschreiben sowohl die verwendeten Materialien als auch auf die verwendeten Instrumente mit den codierten Metadaten zu Sterilisation und Freigabe.

Gerade diese Funktion des Einbringens der Information in den Karteikartentext hat sich für die Abrechnung und alle Anfragen (Patientenrechtegesetz!) sehr bewährt. Sowohl das Dentinbonding als auch das Desinfektionsmittel für die Hände werden erfasst!

In Aera integriert ist auch eine kostenlose Sterilgutverwaltung, die zusammen z.B. mit einem Dios MP Steridat (Einmalkosten ca. 290.- Euro) ohne weitere Monatskosten unsere Steris und den Thermodesinfektor protokolliert und mit der Freigabe durch die ZMF´s im Netzlaufwerk speichert. Der für ältere Sterilisatoren Geräte meist notwendige serielle Com Server, der die Daten vom Sterilisator ohne USB Stick Gefummel direkt ins Netzwerk schickt, ist als 4-Port Version mit 230.- Euro bezahlbar. Für ältere Thermodesinfektoren, noch ohne Datenschnittstelle gibt es von Dios einen Datenlogger Puck. Im Aera werden die Trays und Instrumente dann dem jeweiligen Sterivorgang zugeordnet – damit ist die komplette patientenbezogene Rückverfolgbarkeit gegeben.

Durch kleinere und flexiblere Instrumentencontainersystem, mit feststehenden Barcodeetiketten ließe sich viel Zeit und Kosten sparen. Aera beherrscht neben dynamischen auch feststehende Etikettennummern für Trays. Etikettenhersteller wie Hama liefern mehrfachverwendbare, preiswerte hitzebeständige, sterilisierbare Etiketten.

Über die Aufnahme eigener Artikel mit eigenem Lieferanten haben wir auch alle unsere Geräte in der Praxis, bis hin zur Kaffeemaschine “inventarisiert”. Was fehlt, ist die direkte Anzeige aller Gerätedaten mit allen Wartungs – und sonstigen Betriebsinformation, am besten auch noch der Bedienungsanleitung, wenn man den erstellten Geräte – Barcode z.B. mit einem IPAD scannt.

Was mir auch fehlt, ist die einfache Zuordnung der Rechnungen und Wartungsleistungen zu den einzelnen Geräten. Solche Rechnungen lassen sich in Aera nicht praktikabel zuordnen oder einscannen. Wartungsintervalle lassen sich über die Definition zu “Verfallsdatum” einpflegen

Ein großes Plus einer EDV gestützten Materialverwaltung ist die Einkaufs- und Verbrauchsstatistik. Damit lässt sich leicht mögliches Einkaufs – Sparpontential ermitteln. Wenn ich in die Verbrauchs – Gruppen gehe, sehe ich schnell ob es sich lohnt den Handschuhen oder Watterollen Aufmerksamkeit zu spenden. Auch kann ich für eine Bilanz auf Knopfdruck sehen, wie der Wert meines Warenlagers gegen Ende des Jahres ist. Schade ist, dass man Artikel nicht nach selbst gewählten Inhalts – Gruppen sortieren kann, wie z.B. die Gesamtmenge aller Endo Instrumente,

Die Aera Servicequalität war bis jetzt relativ gut. Allerdings habe ich mich auch bei Problemen recht frühzeitig selbst eingeschaltet und mit dem jeweiligen Abteilungschef bei Aera eine gute Lösung aushandeln können.

Den Dymo Drucker kann ich in der Kombination mit Sterilgutverwaltung nicht empfehlen, die Etiketten sind schlicht zu teuer. Wir waren mit diesem Drucker zum Schluss auf über 200.- Euro Kosten für Band und Etiketten pro MONAT! Mit dem in der Anschaffung teureren Zebra Drucker fallen Kosten von um die 100.- Euro bei höherer Zuverlässigkeit an. Allerdings ist die Treiberinstallation recht hakelig. Hier lohnt es sich hochzurechnen, wie viele Etiketten täglich gebraucht werden. Der Verbrauchsmehrpreis summiert sich sehr schnell gegenüber dem einmalig höheren Anschaffungspreis. Der Drucker muss zum Programm passen (wg. Etikettengrößeeinstellung). Die Etiketten müssen Lagerstabil (z.B. nicht aus Papier) sein.

Fazit: für mich ist das Programm zum angebotenen Preis eine Empfehlung wert, wenn auch einige Dinge einer deutlichen Verbesserung bedürfen. Gut ist die einfache Preis-Vergleichbarkeit der Anbieter. Die Einfachheit des Bestellvorganges ist in meinen Augen noch zu kompliziert da es zu viele Optionen gibt und die Standardartikel nicht bevorzugt vorgeschlagen werden. Auch eine deutlichere Warnung bei nicht korrektem “first in first out” Verhalten wäre wichtig. Die Verwaltung der Geräte ist stark verbesserungsfähig. Das Sterilgutmodul ist kostenlos dabei und leistet dafür sehr gute Dienste. Aber auch hier wären ein paar ergonomische Verbesserungen für einen schnelleren Workflow im Steri hilfreich. Dies geht allerdings nur zusammen mit den Herstellern der Instrumente und den entsprechenden Trays – sowie den Steri und Thermodesinfektor Hersteller. Hier fehlt in meinen Augen deutlich der Druck der Kollegen, damit es Lösungen wie kleine und preiswerte Trays sowie einen einfachen Edv-gestützten Ablauf für den Überhand nehmenden Bereich des Sterilgutmanagements gibt, der uns das ARBEITEN am Patient wieder einfacher macht.

Von daher bin ich froh, dass zumindest im Bereich der Materialverwaltung Konkurrenz auf den Markt gekommen ist.

Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern. Alle genannten Produkte wurden regulär über den Fachhandel erworben.

Tag des Frontzahnes – Update & kleines Feierabend-Highlight

Von Bonald Decker

Hier ein Update zu Fall I unserer Beitragsreihe Tag des Frontzahnes.

Gestern stand die Behandlung der palatinal gelegenen pulpaperforierenden Resorption bei Zahn 11 an. Da sich nach Applikation des Lokalanästhetikums eine Kommunikation der Perforation zum Sulkus sondiert liess schied eine intrakanaläre Deckung des Prozesses (z.B. mit MTA) für mich in diesem Fall aus. Somit folgte ein kleiner chirurgischer Eingriff. Nach Bildung eines Muko-Periost-Lappens (Cave: N. palatinus) wurde dieser mittels “Guttapercha-Pfropfen” aus dem OP-Feld gehalten und der Defekt nach “Ausräumung” der Resorption mit nachfolgender kleiner Osteoplastik mittels Kompositfüllung (Clearfil SE Bond & Tetric Beach XL) gedeckt. Voraussetzung hierfür war eine entsprechende Hämostase. Dank Vasokonstriktorzusatz von 1:40.000 in dem von uns teilweise verwendeten Lokalanästhetikums (Xylonor 2% Special) ging dies erstaunlich gut. Unterstützend kamen (wie hier bereits beschrieben) ferner  Racellet® Pellets zur Anwendung.

Zustand nach Kompositfüllung bei perforierender externen Invasion zervikalen Resorption palatinal

Zustand nach Kompositfüllung bei perforierender externen invasiver  zervikalen Resorption palatinal

Über den weiteren Behandlungsverlauf werde ich demnächst berichten…

P.S.: Als kleines Feierabend-Highlight erreichte mich gerade noch diese Mail. Sie fällt in die Kategorie =Vertrauensbildende Massnahmen in der Endodontie – Lokalanästhesie=

Kurz zur Vorgeschichte: Bei dem nachfolgenden Patienten war alio loco erfolglos versucht worden eine irreversible Pulpitits zu therapieren. Trotz zahlloser Ampullen Lokalanästhetikums in verschiedenen Anwendungsarten (Infiltration bukkal und palatinal, intraligamentär…) war es nicht möglich den Patienten annähend schmerzarm/frei zu behandeln.

Ausgangssituation mit tiefer Sekundärkaries 27 distal

Ausgangssituation mit tiefer Sekundärkaries 27 distal

Laut Patientenangaben kenne er dieses “Phänomen” und es sei grundsätzlich sehr schwierig ihn ausreichend zu “betäuben”. Daraufhin wurde die Behandlung abgebrochen und eine Therapie in Vollnarkose empfohlen.

Nach Rücksprache mit dem behandelnden Kollegen wurde jedoch ein weiterer “Anlauf” genommen. Meine Empfehlungen lauteten:

Neben der Infiltrationsanästhesie sollte ferner eine Leitungsanästhesie in Form einer Tuberanästhesie erfolgen. Das klinische Vorgehen des im Englischen als Posterior superior alveolar nerve block (=PSA) bezeichneten Verfahrens wird in diesen beiden Video(II) exzellent dargestellt. Ferner sollte der Patient circa 30-45 Minuten vor Behandlungsbeginn 600mg Ibuprofen sowie 500mg Paracetamol einnehmen. Idealerweise wäre ein Behandlungsbeginn gegen 14:00 (Stichwort:Chronobiologie) zu wählen.

Und so ging es weiter:

Hallo Herr Decker,
 
ich möchte mich ganz herzlich für den Tipp bei Herrn XYZ  bedanken, eine Tuberanästhesie durchzuführen. Hierdurch war eine vollständige Betäubung möglich und wir konnten die Wurzelkanal-Behandlung an Zahn 27 dann schmerzfrei durchführen.
Noch einen schönen Abend,
viele Grüße,
xxx
Mein Fazit lautet daher: Auch wenn eine Tuberanästhesie nur in Ausnahmefällen indiziert ist konnte sie dem Patienten in diesem Fall eine Vollnarkose ersparen. Das nenne ich eine vertrauensbildende Massnahme
;-)

Wawibox – Erste Erfahrungen in der Praxis

von Hans – Willi Herrmann

Seit ca. 6 Monaten arbeiten wir jetzt mit der Wawibox, einem internetbasierenden, via Webbrowser zu bearbeitendem Materialwirtschaftssystem.
Bis dato, demnach 21 Jahre lang, hatten wir unsere Materialbestellung und Lagerhaltung von Hand vorgenommen.
Und in dieser Zeit irgendwann ein Kanban- System etabliert.
Kurze Erklärung für diejenigen, denn das nichts sagt: Von Toyota 1947 eingeführt im Rahmen des Firmen QM´s, um den Nachschub an Produktionsteilen sicherzustellen. Der Erfinder der Methodik, Taiichi Ohno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware bestimmter Spezifikation und Menge; die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt“.

„Kanban” bedeutet wörtlich „Karte” und bezeichnet die Identifizierungskarte, die sich bei jedem Endprodukt, jeder Baugruppe und jedem Einzelteil, das im Betrieb verwendet wird, befindet. Auf unsere Praxis übertragen heisst das, sobald ein bestimmter Artikel nicht mehr im Vorrat ist oder zur Neige geht, wird die jeweilige Identifikationskarte “gezogen” und in den Karteikasten für Neubestellungen gelegt. Die Karte enthält die Bestellnummer, den/die potentiellen Lieferanten, Preise des Produktes. Die für die Bestellungen verantwortliche Mitarbeiterin führt dann die Nachbestellungen durch. Die gelieferte Ware wird mit der Kanban – Karte (die auch den Lagerort der Ware gelistet hat) ins Lager eingeräumt, ein neuer Bestellzyklus kann beginnen.

Ich bin ein großer Fan solcher QM- Systeme und des QM- Gedanken insgesamt.
Leider steht und fällt das Ganze mit der konsequenten Umsetzung.
So einfach das System per se ist, so komplex und fehleranfällig ist es in der Anwendung. In der Praxis wird man immer wieder zur frustranen Erkenntnis kommen, dass bestimmte Matrialien nicht vorhanden sind oder unerwartet zur Neige gehen, weil vergessen wurde, die jeweilige Kanban- Karte rauszulegen.

Grund genug für mich, mit der Integration der Wawibox diesem Problem auf den Grund zu gehen. “Erst jetzt ???” könnte man kritisch anmerken. Denn die Wawibox ist weder das einzige noch das erste Materialwirtschaftssystem auf dem Markt. AERA fällt mir ein.
Wir nutzen seit einigen Jahren sporadisch diese Internet- Bestellplattform. Zumeist wenn unsere Haus und Hof -Lieferanten, das sind M&W Dental und Altschul Dental in Mainz, unser Praxisdepot, einen Artikel nicht im Angebot haben.

AERA bietet auch eine Materialwirtschaft an.
Ich habe mich nie genauer damit befasst, weil man als Hardware Barcodescanner benötigt und zum Zeitpunkt der Einführung zumindest (vielleicht ist das heute anders) das System nur auf Windows- Rechnern lief.
Die Wawibox läuft auf dem Mac.
Was eigentlich nicht korrekt ist, sie kann via Webrowser von allen möglichen Geräten aus bedient werden.
Für uns wären das PC´s, Apple Rechner, Ipad und Iphone.
Und Ipod und Iphone fungieren auch als QR- Code Scanner.
Fehlt nur noch ein Dymo- Labeldrucker, der zum Ausdruck der Inventur- Labels verwendet wird und der ist schon in der Praxis vorhanden.

Eine niedrige Eingangsschwelle demnach, man muss nur springen wollen.
Ich sprang zu Beginn des Jahres.

Nachfolgend nun erste Erfahrungen: Am Anfang steht die Totalinventur.
Alles raus aus allen Schränken.
Das ist Arbeit, ohne Frage.
Aber etwas, was man ohnehin doch schon immer mal tun will.
Das große Aufräumen. Welches, weil man den Aufwand scheut, nie gemacht wird.

Plus Nummer 1 für die Wawibox.
Es wird Tabula rasa gemacht.
Und dabei kommt längst Verloren Geglaubtes zum Vorschein. Plus Nummer 2 für die Wawibox: “Schauen Sie mal, was wir gefunden haben, Herr Dr. Herrmann! ” Oder auch: “Was ist das denn, Herr Dr. Herrmann ?” “Das, liebe Mitarbeiter ist das tolle Provisiorenmaterial, das wir für 367 Euro als Starterkit bestellt haben und dass offensichtlich, weil originalverpackt und eingeschweißt, nie benutzt wurde. Ein kurzer Blick auf das Ablaufdatum (November 2006) zeigt, diese Investition ist als Vollverlust zu bewerten. Das schmerzt sehr, zeigt aber exemplarisch auf, daß ein System wie die Wawibox das Potential hat, sich auch finanziell als sinnvoll zu erweisen.

Der erste Schritt zur Inbetriebnahme der Wawibox ist demnach die Inventur und Bestandsaufnahme.
Das ist mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden.
Aber es lohnt sich.

Zum ersten Mal überhaupt bekommt man – mit “man” meine ich den Praxisinhaber – einen exakten Überblick, wie es mit dem Materialbestand in der Praxis aussieht. Alle anderen haben natürlich auch keinen Überblick, aber vermutlich auch wenig bis kein Interesse, den Fehlabläufen auf den Grund zu gehen. Natürlich ärgert man sich (damit sind jetzt die Mitarbeiter gemeint), wenn es nicht rund läuft, die Stimmung im Team mit einem suboptimal gelaunten Chef (weil das dringend benötigte Material XYZ nicht da ist) ist nicht die beste und natürlich werden immer wieder Anläufe unternommen, das Problem auszumerzen: Teamsitzungen, die durchgeführt, Ermahnungen, die ausgesprochen, Arbeitsanweisungen, die erstellt, vorgelesen und unterschrieben werden.
Und so weiter.
Das ganze Programm.

Hilft es ?
Nur wenig und wenn überhaupt nur kurzzeitig.
Irgendwann fehlt garantiert wieder irgendwas.

Plus Nummer 3 für die Wawibox: “Jedes Ding hat einen Platz, jedes Ding hat seinen Platz !” – Auf den Satz bin ich ein bisschen stolz und ich sage ihn mantra-mäßig immer wieder, wenn es um den Nutzen von geordneten Strukturen geht. In der Wawibox wird jedem Material ein Aufenthaltsort zugeordnet. So ist auch die Azubi oder die neue Mitarbeiterin der Praxis aus dem Stand in der Lage, aus dem Vorrat benötigte Materialien zu holen. Ein Blick in den Computer genügt. “Wir brauchen das Oralseal Putty” ist eine Aufgabe, die mit der Wawibox auch für Praxisneulinge machbar wird.
Sofern man den Produktnamen richtig schreiben kann.

Plus Nummer 4 für die Wawibox- First in, First out: Abgelaufene Materialien gehören der Vergangenheit an. Wer kennt das nicht. Ein Standardmaterial -zum Beispiel Impregum oder ein Anästhetikum, ständig in Verwendung, wird regelmäßig nachbestellt. Dann der Blick auf das Haltbarkeitsdatum der neuen Verpackung. Kurz vor Ablaufdatum, im worst case abgelaufen. Wie kann das sein ? Die Vorgabe bei Nachlieferung, aus jedem Supermarkt bekannt, ist: Das alte Material wird nach vorne im Regal geräumt, das neue Material kommt nach hinten. In der frustranen Praxisrealität wird das neue Material einfach in die Schublade geknallt und – weils bequem ist – ohne die Ablaufdaten zu vergleichen – immer die Packung vorne entnommen.
Die alte Packung bleibt weit hinten liegen, staubt im übertragenen Sinne zu und erscheint, je länger sie dort unbewegt liegt, zunehmend weniger attraktiv. Und irgendwann, tja, dann ist es halt passiert. Upps, übersehen, sorry. War im Übrigen dann wie immer keiner. Mit der Wawibox gehört diese Unsitte der Vergangenheit an. Weil das System bei Versuch, ein Material neueren Ablaufdatum aus dem Vorratslager  in das Verbrauchslager einzubuchen, dies schlichtweg nicht gestattet und stattdessen die Meldung ausgibt, es seien ältere Materialien im Vorrat vorhanden, die doch bitte zunächst aufgebraucht werden sollen.

Halten wir bis dato fest: Die Wawibox erscheint sinnvoll.

Das System ist nun installiert.
Die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme sind geschaffen.
Jetzt wird zum ersten Mal etwas bestellt via Wawibox: Den betreffenden Artikel angeklickt, ein Fenster mit Lieferanten geht auf, die jeweiligen Preise werden angezeigt. Den günstigsten Lieferantenausgewählt, die Bestellmenge eingegeben, ab in den Warenkorb. Zum Schluss der Materialbestellung die Bestellung abgeschickt.
Ein Mausklick.

Mittels Email (im Hintergrund) wird die Bestellung auf den Weg gebracht.
Spätestens am übernächsten Tag, wenn´s gut läuft schon am nächsten Tag ist  die Bestellung in der Praxis.

Ein Artikel in der Dental Yellow Press wäre an dieser Stelle zu Ende, ein paar anpreisende Worte zum Abschluss noch angefügt. Hier bei uns kommen jetzt die Dinge, die – ich sach mal – verbesserungsfähig sind. Davon gibt es einige. Nichts Dramatisches. Ich werde im Rahmen der Artikelreihe dezidiert darauf eingehen, Punkt Nr. 1 Die Wawibox ist ein Start Up. Soll heißen, die Idee ist gut, das kann man sehen. Allerdings läuft das Ganze -für Start Ups nicht Ungewöhnliches –  noch nicht so ganz rund. Bei der Materialbestellung zum Beispiel sind bestimmte Hersteller nicht gelistet. Unsere Hauslieferanten fehlen beide. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass die Wawibox für jeden Bestellvorgang eine Provision vom Lieferanten abfordert. Da ist offensichtlich nicht jeder bereit dazu. Oder sagen wir besser, gegenwärtig einige nicht.

Könnte uns egal sein, solange die Preise der anderen Lieferanten ohnehin günstiger sind als unsere bsiherigen. Sind sie.
Die Unterschiede sind sogar höher als vermutet. Auch unter den gelisteten Lieferanten gibt es teilweise bemerkenswerte Unterschiede. Ohne Wawibox würde man dies nicht bemerken. Man würde vermutlich die Waren bei ein paar wenigen Stammlieferanten bestellen und würde nicht realisieren. wie groß die Unterschiede tatsächlich sind. Mit der Wawibox genügt ein Blick, ein Klick und das beste Angebot ist ausgewählt. Die 20 Euro Gebühr pro Mpnat für die Wawibox  werden, soviel ist nach den ersten  Tests klar, wieder eingespielt.

Es stört und hemmt den Arbeitsfluß, dass auch eine Reihe von Artikeln nicht in der Datenbank zu finden sind. Alle Direktlieferanten wie zum Beispiel Kanidenta oder Komet sind nicht vertreten. Da heisst es,  die Artikel händisch anlegen. Jetzt könnte man argumentieren, und die Betreiber der Wawibox tun das auch, dass dies pro Artikel nur einmalig durchgeführt werden muss. Leider gibt es aber eine Reihe von Artikeln, die, obwohl in der Datenbank vertreten, nicht gefunden werden bei der Suche, weil die Stichwörter der Suchfunktion unvollständig sind. Oder man verlässt sich bei der Suche auf die aufgeführten Produktabbildungen, um dann festzustellen, dass das Endo- Instrument in einer falschen Größe geliefert wird, weil das abgebildete Reciproc 25- Instrument einen dazu verleitete, das Reciproc 40- Instrument zu bestellen. Wieder sagt “die” Wawibox, tut uns leid, wir arbeiten dran, ist aber in der Lieferantendatenbank so hinterlegt , aber sobald das Material erstmalig bestellt ist, dann ist es ja in der praxiseigenen Datenbank drin und dann taucht der Fehler nicht mehr auf.
Mag sein, dass dem so ist. Da wir allerdings – anders als der “normale” Zahnarzt – wesentlich häufiger exotische und neue innovative Materialen und Instrumente bestellen, trifft mich dieses Phänomen doch immer wieder.

Warum trifft es mich ?
Weil ich – im Gegensatz zu früher, die Bestellungen selbst durchführe.
Ich tue dies, um das System sicher auf den Weg zu bringen.

Mir liegt viel daran.
Ich bin davon überzeugt, dass eine computergestützte Materialwirtschaft einen Gewinn für die Praxis darstellt.
Und möchte deshalb vermeiden, daß, aus welchen Gründen auch immer, die Einführung eines solchen Systems torpediert wird, mit Nichtakzeptanz gestraft wird und scheitert. Wir kennen das ja alle. “Das haben wir doch schon immer so gemacht und es ging auch.”

Fakt ist – ich möchte nicht mehr auf ein computergestütztes Materialwirtschaftssystem in der Praxis verzichten. Ob die Wawibox das Rundum Glücklich – System ist, kann ich mangels Kenntnis von Alternativen nicht sagen und zum gegenwärtigen Zeitpunkt  noch keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Aber immerhin hat die Wawibox es geschafft, mich ins Lager der Computer- Nutzer zu ziehen.
Das ist schon mal was.
Und – ich sage schon jetzt – Materialbestellung und Lagerverwaltung kann – sofern man die Wawibox hat- Spass machen.

Ich werde weiter berichten.

Parallel dazu wird seit kurzem in einer anderen WURZELSPITZE- Praxis das AERA- System getestet. Vielleicht gibt es also bald hier einen Praxistest dieser Software. Und WURZELSPITZE- Gastautor Thomas Seitner arbeitet schon lange mit AERA und stellt gerade seine Eindrücke in einem weiteren Beitrag für WURZELSPITZE zusammen.

Es bleibt spannend.

Beyond Endo 3

von Wolfgang Saler

Kronenversorgung auf Einzelzahnimplantaten waren bei uns eigentlich immer zementiert.
Hauptsächlich aus ästhetischer Sicht. Denn wenn der Schraubenkanal mit Komposit zugedeckt ist, entstehen nach einiger Zeit immer dunkle Ränder am Klebespalt.
Erster Versuch hier Abhilfe zu schaffen:
Der Techniker zieht die Verblendkeramik bis in den Schraubenkanal hinein. Anschliessend wird die Keramik innen im Kanal mit Flusssäure geätzt.
Nach dem festen Verschrauben wird die Keramik mit Phosphorsäure gereinigt, silanisiert, gebondet und mit Komposit verklebt. Abdeckung der Schraube vorher mit Teflonband.

Wir werden sehen, ob die Klebefuge auch wieder dunkle Ränder kriegt. Ich werde berichten.