Spiegelauflage selbstgemacht

5 11 2009

Von Jörg Schröder

Der Einblick in die apikalen Kanalabschnitte unterer Molaren gestaltet sich aus unterschiedlichen Gründen oftmals schwierig: eine reduzierte Mundöffnung, die Lingual- bzw. Mesialkippung des zu behandelnden Zahns oder eine Krümmung im apikalen Kanaldrittel erschweren nicht nur die visuelle Inspektion sondern auch das kontrollierte Arbeiten mit Hand- oder Ultraschallinstrumenten unter Sicht.

Häufig muss aufgrund eingeschränkter Platzverhältnisse auf sehr kleine Spiegel zurück gegriffen werden. Nur eine lagestabile  Positionierung  des Spiegels erlaubt ein kontrolliertes Arbeiten in der Tiefe des Kanals. Kann der Spiegel nicht ruhig gehalten werden, gerät die Instrumentenspitze aus dem Fokus. Gerade die kleinen Spiegel neigen jedoch dazu nach dem „Anlegen“ von der Auflagefläche wegzurutschen.

Abhilfe schafft hier ein einfacher Trick:

1. Der Spiegel wird so platziert, dass der zu bearbeitende Kanalabschnitt scharf dargestellt ist.

2. Das einzusetzende Instrument wird so in den Kanal eingebracht, dass die geplante Bewegung unter Sicht im Spiegel nachverfolgt werden kann.
Spiegel plaziert3. Nach erneuter Überprüfung der Spiegelposition wird unter und hinter dem Spiegel eine kleine Menge Opaldam aufgebracht und lichtgehärtet.

Lager aus Opaldam

4. So entsteht eine stabile Spiegelauflage die ein reproduzierbares Einsetzen ermöglicht.

Spiegel auf Opaldamlager

Kollagenschwämmchen vor dem Einbringen

Das zeitaufwändige und mitunter nervige Korrigieren der Spiegelposition gehört der Vergangenheit an.





„Entran“-Erfahrungen nach 12+ Monaten

18 10 2009

von Christoph Kaaden

mit dem Beginn meiner rein endodontisch-ausgerichteten Praxistätigkeit vor gut einem Jahr habe ich einige Dinge in meinem Behandlungsablauf verändert.

Als wohl bis dato beste Neuerung hat sich für uns die Anwendung des akkubetriebenen Endo-Winkelstücks „Entran“ der Firma W&H erwiesen. Genauer gesagt zweier dieser Winkelstücke. Endlich ist es uns ohne lästigen Fussanlasser und „Kabelsalat“ erlaubt, eine möglichst ergonomische Wurzelkanal-Präparation durchzuführen.

Nähere Informationen zu dem Winkelstück finden sich auf der Firmen-Homepage.

Als besonders positiv möchte ich einige Punkte hervorheben:

  • keine Wartung & Reparatur in der bisherigen Nutzungsphase
  • subjektiv empfundene sehr gleichmässige Laufleistung und „Durchzugskraft“
  • sehr gute Akku-Leistung
  • auch nach einjähriger Anwendungszeit keine (bzw. kaum) Abnutzungserscheinungen an den Winkelstücken

Eine zusätzliche Ausstattung des Entran, die z.B. andere bzw. höhere Umdrehungszahlen erlauben würde, vermisse ich im klinischen Alltag (quasi) nicht, da die überwiegende Mehrzahl der Kanal-Präparationen mit der gegebenen Umdrehungszahl bewältigt werden. Einzig ein akustisches, anstelle eines rein optischen „Warnsignals“ beim Erreichen des eingestellte Drehmoments würde ich mir für zukünftige Weiterentwicklungen wünschen.

Unser persönliches Fazit steht daher fest. Der Entran ist ein „must buy“ und für uns ein unverzichtbares Gadget im täglichen endodontischen „Alltag“.

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Für das tapfere Schneiderlein

9 10 2009

von Christian Danzl

Wie versprochen – was Neues von Hilmar O. Kirchner/HK instruments:

Für alle die weiter um die Ecke schneiden wollen wie die Anderen. Eine Mikroschere für schlecht zugängliche Stellen. Kröpfung 45° und Innenfeder. Der Preis – 185 Euro.





Ergonomie

12 09 2009

von Olaf LöfflerErgonomie

Eines der am wenigsten beachteten Gebiete einer zahnärztlichen Berufskarriere ist die Ergonomie.
Am Anfang des Berufslebens sind Kredite zu tilgen, sind Mitarbeiter zu bezahlen, Umsatzzahlen der Banken zu erfüllen. In der knapp bemessenen Freizeit wird Weiterbildung notwendig um am Ball zu bleiben. Die Familie leidet am darunter, eigene Freiräume werden aufgegeben.
Im Laufe des Berufslebens wird, neben diesem seelischen Stress, der überbelastete Körper reagieren. Bei dem einen kommen die ersten Warnsiganle eher, beim anderen später.
In der Regel werden diese nicht erkannt oder wahrgenommen, jedoch nicht beachtet.

Sehr ernst wird dieses Thema, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wenn die tägliche Behandlung zur Schmerztortur wird, wenn die Beschwerden auch außerhalb der Arbeitszeit auftreten.
Nun wird nach verschiedensten Therapiemöglichkeiten geforscht. Die Ursache wird oftmals nicht erkannt und nur symptomatisch therapiert. Die Ursachenbeseitigung ist oftmals mit erheblichen Investitionen verbunden.

Die Gedanken dazu sollten jedoch schon beim Kauf von Einrichtungen und Instrumenten aufkommen. Die Industrie zeigt verhaltene Ansätze zur ergonomischen Gestaltung von Geräten und Arbeitsplätzen. Anregungen von Zahnärzten werden jedoch kaum oder spärlich wahrgenommen, oder umgesetzt.
Häufig wird mit einer Namensgebung, wie bei einem großen Mikroskophersteller, das Produkt schon „ergonomisch“. Leider erfüllte es dies im täglichen Einsatz nicht.

Auch wir Zahnärzte müssen umdenken und gezielt die Produkte hinterfragen. Industriemessen bieten die Möglichkeit Produkte optisch und haptisch zu erfassen. Jedoch kaum diese zu erproben.

Wer kauft heute ein Auto ohne dies probegefahren zu haben?

Im Juli  habe ich einen Ergonomie-Kurs besuchen dürfen, welcher von der Firma Morita ausging.
Dr. Neddermeyer stellte das Konzept von Dr.D. Beach vor. An Hand von Phantomköpfen und Behandlungseinheiten ( Morita ) wurde das Beach-Konzept demonstriert und erste Behandlungsversuche damit unternommen. Hauptmerkmal ist die optimale physiologische Positionierung des Behandlers und die konsequent abgestützte Arbeitsweise. Es ist in meinen Augen ein ernsthaftes und sinnvolles ergonomisches Konzept. Allerdings verlangt es eine konsequent indirekte Arbeitsweise. Diese muss erlernt und geübt werden.
Für mich als Dentalmikroskopnutzer war die Umsetzung weniger schwierig, da meine hauptsächliche Behandlungsposition (11-12Uhr) bereits gleich war.

Die Quintessenz des Kurses war:

- Es muss Ergonomie mehr in unser Praxiskonzept einfließen.
- Das Berufsleben wird nicht kürzer und mit konsequenter zahnärztlicher Ergonomie bleibt die Freude am beruf länger erhalten.

Sprechen Sie also beim nächsten Kauf über Ergonomie. Verlangen Sie eine Testmöglichkeit. Ein seriöser Verkäufer ist an einer langfristigen Kundenbindung interessiert und wird diesen Punkten nicht verschlossen bleiben.





Dentalmikroskopstuhl – mit Abstand betrachtet

28 08 2009

von Hans – Willi Herrmann

„Wäre schön, muss aber nicht zwingend sein“.

Das war, plakativ verkürzt und mit spezifischen Einschränkungen zu sehen,  mein Fazit bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles, den wir in der Praxis zum Ausprobieren hatten.

Naja, und wenn das Testgerät dann wieder abgeholt ist und man zurückkehrt zum altbewährten Stuhl, den man seit langer Zeit kennen und schätzen gelernt hat, dann ist erst mal wieder alles so wie früher.

Und es dauert eine Weile.
Bis eine schwierige Behandlung oder eine langandauernde oder eine höchste Präzision erfordernde Behandlung auftaucht.

Wie zum Beispiel die Exkavation und der Füllungsverschluss einer subgingival gelegenen Kronenrandkaries distal eines endständigen Zahnes 46.

Das jahrelange Arbeiten mit dem Dentalmikroskop versetzt einen in die Lage, solche Defekte, absolut indirekt, nur über die Sicht der Operationsfeldes mittels Mundspiegel, sicher und souverän zu handhaben. Gingivektomie mit Elektrotom, Exkavation mittels Winkelstück und oszillierenden Präparationsinstrumenten, Cp – Behandlung, Oberflächenkonditionierung und Füllungslegung – alles unter Sicht an einer ohne Spiegel nicht einsehbaren Stelle.
Kein Problem.
Vorhersagbar handhabbar.

Und eine definierte Auflage der Arbeitsarme mittels Armstützen, die eine Abstützung des Arems nicht nur über die Ellenbogen, sondern über die Auflage des gesamten Unterams gewährleisten, ermöglicht eine Präzision in den Arbeitsbewegungen, wie sie mit den konventionellen Armstützen nicht zu erreichen ist.

Fakt ist, es gibt solche klinischen Situationen, für die solche Armlehnen höchst nützlich sein können. Solange man nicht mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, vermist man nichts. Wenn man mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, langegenug, dann tauchen vereinzelt, aber immer wieder,  verschiedene Situationen auf, in denen man einen solchen Stuhl qualitätsverbessernd einsetzen könnte.

Ich wiederhole daher mein Plädoyer bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles.
„Ein solcher Stuhl pro Praxis wäre nicht schlecht“.