Heute fällt „Wurzelspitze“ aus

14 11 2009
von Hans – Willi Herrmann

Der Grund: Die Jahrestagung der endodontischen Fachgesellschaften in Wiesbaden.

Gestern, am ersten Tagungstag mussten Stühle in den vollen Saal gebracht werden.
Über 400 Teilnehmer.
Respekt.

Zum dritten Mal in Folge wurden die Erwartungen, die Zuhörerzahl betreffend, nicht nur erfüllt, sondern wieder übertroffen.

Mal sehen, ob das nächstes Jahr in Berlin getoppt werden kann.
Im Moment sieht es danach aus.





Dentalmikroskopersatzkondom

13 11 2009
von Hans – Willi Herrmann

Auch ich habe mir seit geraumer Zeit Gedanken gemacht,was die  Kreuzkontaminationsproblematik im Hinblick auf das Arbeitsgerät „Dentalmikroskop“ angeht. Vom Hersteller gibt es entweder keine Angebote oder aber (wie beim Pentero) Vorschläge, die bei Preisen von 15 Euro für eine Schutzhülle nicht durchführbar sind.

Letzter Stand unserer Bemühungen vor der jetzigen Lösung: Melitta – Transparent – Folie. Funktioniert, geht von der Aussenwirkung aber höchstens als künstlerisch wertvoll durch und dauert annähernd so lange wie Christo für den Reichstag gebraucht hat. Votum: „Nur solange wir nichts Besseres haben“ und „Wir suchen weiter“.

Fingerlinge ? Zu klein.

Die Idee mit den Kondomen ist gut, wir haben uns trotzdem für eine andere Variante entschieden. Zum einen, weil, als wir es damals ausprobierten,  unser Kondom –  Testmodell zwar funktionierte, aber seine Herkunft nicht so geschickt leugnen konnte, wie es bei Oscar von Stettens Vorschlag der Fall ist. Um ehrlich zu sein, war bei unserer Version die Hülle auf den ersten Blick als zweckentfremdet zu erkennen.

Ging gar nicht.
Der zweite Grund, noch wichtiger. Wir wechseln nach jedem Patient die Hülle. Und drittens. Die Lösung sollte sowohl mit dem Pro Magis als auch mit dem Pro Ergo funktionieren.

Unsere Lösung: Protektionshüllen der Bluephase – Lampe. Über die Griffe gezogen, soweit die Hüllenform dies gestattet. Überstand mit der Schere abgekürzt. Fertig.

Kosten ? 12 Cent pro Hülle.





Berufsverkehr

12 11 2009

von Hans – Willi Herrmann

Am Dienstag  musste ich für einen Tageskurs (zusammen mit David Sonntag) nach Frankfurt.

Auf dem Hinweg habe ich 2 Stunden gebraucht.
Um Punkt Sieben aus dem Haus, um 8:58 Uhr kam ich an bei der LZK Hessen.

Eine Strecke, die ich normalerweise in der Hälfte der Zeit bewältige.

Ich stand 3 mal im Stau.
Nach jeweils  8,20 und 35 Minuten Fahrt. Zuletzt mehr als eine halbe Stunde.

Es wird viel gejammert über die Nachteile der Selbstständigkeit. Und mag sein, dass einiges dran ist an dem, was kritisiert wird.
Aber Tage wie gestern zeigen. Im Gegensatz zu vermutlich 99 % der Berufstätigen haben Selbstständige viel viel mehr als alle Anderen die Wahl.

Zum Beispiel die Wahl, die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz und  ihr privates Umfeld miteinander zu kombinieren.

Wer will, kann seine Praxis ins eigene Haus verlegen. Oder in den Pfälzerwald, nach Malle oder Dubai.

Das können offensichtlich die Leute, die sich morgen für morgen ins Rhein Main – Gebiet quälen, nicht.
Vielleicht gewöhnt man sich dran, aber mal ehrlich,schön ist anders.

Die Baustelle am Mainzer Ring wird noch bis Ende 2010 vorhanden sein.
Und die Baustelle auf der Schiersteiner Brücke (die einzige Alternative) vermutlich auch fast so lange.
Hohes Frustrationspotential für die Armen , die tagtäglich sich in ihren Blechkolonnen Richtung Mainhattan quälen.

Was bleibt hängen ?
Heute morgen bin ich fröhlich zur Arbeit gefahren. Denn die paar Kilometer im Auto, hab ich mir gesagt, sitz ich doch auf einer Backe ab.





Robert Enke ist tot

11 11 2009

von Christoph Kaaden

Robert Enke, Torwart von Fussball-Bundesligist Hannover 96 und erster Anwärter auf den Posten des Nationaltorhüters der kommenden Fussballweltmeisterschaft 2010 ist am 10.11. 2009  gestorben. Bewahrheiten sich die aktuellen Pressemitteilungen, dann hat Robert Enke für sich den Freitod gewählt.

Robert Enke sw

Diese Meldung ist bestimmt nicht nur für mich unfassbar. Ein ähnliches Schicksal eines aktiven Sportlers hat es im deutschen Sport meines Wissens nach bis dato nicht gegeben.

Mein besonders Mitgefühl gilt seiner Frau, die nach dem Verlust der gemeinsamen Tochter vor einigen Jahren nun den Tod Ihres Ehemannes hinnehmen muss.

Ich wünsche Frau Enke, der Familie und den Hinterbliebenen insbesondere in den nächsten Wochen und Monaten viel Kraft den Verlust Ihrer geliebten Person Robert Enke zu realisieren und ansatzweise zu verarbeiten. Auch wenn dies unmöglich erscheint.





Saving hopeless teeth (XI) – apikale Aufhellung (17)

10 11 2009

von Bonald Decker

diese Patientin stellte sich erstmals im Sommer 2004 mit Beschwerden an Zahn 36 bei einer Zahnärztin vor. Nach einigen klinischen Untersuchungen und dem Anfertigen einer Röntgenaufnahme wurde der Patientin mitgeteilt, dass der Zahn aufgrund der ausgeprägten apikalen Parodontitis nicht erhaltungsfähig sei. Daher erfolgte die Überweisung zu einem Oralchirurgen mit der Bitte um Entfernung des Zahnes.

.

Saving hopeless teeth IX.001

Entgegen des ursprünglichen Therapievorschlages liess die Patientin über 3 Jahre verstreichen, bevor sie sich im Herbst 2007 bei uns vorzustellen. Zu diesem Zeitpunkt imponierte klinisch eine bukkale Fistel; radiologisch musste eine sehr deutliche Progredienz der apikalen Parodontitis diagnostiziert werden.

Saving hopeless teeth IX.002Saving hopeless teeth IX.003

Obwohl eine deutliche Verschlechterung der Situation seit 2004 offensichtlich war, sahen wir trotzdem eine berechtigte Möglichkeit, den Zahn durch eine Wurzelkanalbehandlung erhalten zu können. Diese wurde in anschliessenden Terminen durchgeführt, bei denen der Zahn chemo-mechanisch gereinigt wurde. Nach einer mehrmonatigen medikamentösen Einlage mit Ca(OH)2 erfolgte anschliessend die Wurzelkanalfüllung und der adhäsive Verschluss der Zugangskavität.

Bereits ein Jahr nach Therapiebeginn zeigte sich bei der Nachkontrolle im Herbst 2008 eine deutliche Heilungstendenz, woraufhin die Patienten einer prothetischen Neuversorgung des Zahnes zustimmte.

Saving hopeless teeth IX.004

Auch bei der weiteren Nachkontrolle 2009 scheint die gewählte Therapie erfolgsversprechend zu sein. Bei absoluter klinischer Beschwerdefreiheit zeigt sich radiologisch (trotz geringfügigem Sealer Puff) eine fast vollständige Remission der apikalen Aufhellung.

Saving hopeless teeth IX.005

Als kleiner „Nebenbefund“ (s.h. Pfeil) sieht man besonders in dieser exzentrischen Kontrollaufnahme, dass es während der Präparation des Wurzelkanalsystems zu einer ungewollten Stufenbildung gekommen ist. Durch den Einsatz eines vorgebogenen Nickel-Titan-Instrumentes im manuellen Einsatz gelang es damals, die Stufe soweit zu nivellieren, dass eine weitere maschinelle Präparation der Apikalregion möglich wurde. Aber mehr zu dieser Vorgehensweise in einem späteren Beitrag… ;-)

Jetzt gilt es erst einmal sich über das bisherige Therapieergebnis zu freuen…


Saving hopeless teeth IX.006